Weltweit gefragter Exportschlager

Die duale Ausbildung in Deutschland ist einzigartig in ihrer Kombination aus Praxis und Theorie. Karriere gemacht haben aber nicht nur die vielen Tausend Auszubildenden, sondern auch die Idee selbst – und zwar international.

Jugendliche stehen um einen Globus herum.

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„Made in Germany“ gilt als Garant für hohe Qualität und Zuverlässigkeit. Das gilt nicht nur für Autos, Kleidung, Schrauben und Dübel. Hinter jedem Produkt stehen Menschen, die mit ihrer Idee etwas verändern wollen. Eine dieser Ideen war vor ca. 120 Jahren das duale Ausbildungssystem, das sich inzwischen zu einem weltweit erfolgreichen Exportschlager entwickelt hat.

Zusammenspiel von Theorie und Praxis

Unsere europäischen Nachbarn, aber auch Länder in Asien und Nord- und Südamerika, interessieren sich seit einigen Jahren für das Ausbildungssystem, das die Praxis in Betrieben mit theoretischem Unterricht kombiniert. In Deutschland, Österreich und der Schweiz erfahren Auszubildende vom ersten Tag an alles über den Berufsalltag und machen berufliche Erfahrungen in Echtzeit. Ihre berufliche wie persönliche Entwicklung liegt den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern am Herzen – auch im eigenen Interesse. Denn der Betrieb hat es in der Hand, den Nachwuchs auf den Beruf vorzubereiten und so die eigene Existenz zu sichern. Klar, dass bewährte und top-ausgebildete Auszubildende gerne übernommen werden.

Während der zwei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildung in Berufsschule und Betrieb profitieren alle Beteiligten von gewachsenen Strukturen, die das reibungslose Zusammenspiel von Theorie und Praxis gewährleisten. Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit – ist es aber nicht:  In einigen Ländern Europas beispielsweise drücken Jugendliche recht lange die Schulbank für ihre Ausbildung und kommen erst spät mit der Praxis in Kontakt.

Auch früherer US-Präsident Barack Obama ist ein Fan der Idee

Länder wie Italien, Portugal oder Slowenien versuchen daher mittlerweile, Elemente des deutschen Systems aufzugreifen. Sie versprechen sich unter anderem davon, die Jugendarbeitslosigkeit zu senken. Nicht nur in Europa hat dieser Ansatz Fans. Der frühere US-Präsident Barack Obama schwärmte 2013 in seiner Rede zur Lage der Nation vom dualen Ausbildungssystem und kündigte eine Reform des Bildungssystems nach deutschem Vorbild an. Und das Bundesbildungsministerium gibt unser Know-how gerne weiter. Unter anderem wird mit den Ländern Brasilien, China, Ecuador, Indien, Israel, Mexico, Russland, Südafrika, Südkorea, Thailand und den USA zusammengearbeitet.

Teil der Erfolgsstory „Made in Germany“

Die duale Berufsausbildung ist ein starkes System – und steht in Ansehen und Karrieremöglichkeiten einem akademischen Ausbildungsweg in nichts nach. So bilden die international angesehenen deutschen Fachkräfte heute und in Zukunft die Grundlage für  die Wirtschaft. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Erfolgsstory von „Made in Germany“.