Vorteil durch Auslandsqualifizierung

Tischlern in Irland, Bierbrauen in Schweden, Bauprojekte in China betreuen. Es gibt viele Möglichkeiten, während oder nach der Ausbildung Auslandserfahrung zu sammeln und Dich dabei fit für den internationalen Arbeitsmarkt zu machen.

Pärchen in China

Foto: XiXinXing/iStock/Thinkstock

Du bist Azubi oder gerade mit Deiner Ausbildung fertig und hast Lust, Berufserfahrung im Ausland zu sammeln? Dann ergreif die Gelegenheit beim Schopf – die Welt steht Dir offen! Und das bereits während Deiner Ausbildung. Als Azubi kannst Du zum Beispiel ein Praktikum in einem Betrieb im Ausland machen und Dich so für die internationale Arbeitswelt qualifizieren. Aber auch junge Fachkräfte können nach ihrem Ausbildungsabschluss Praktika im Ausland absolvieren. Voraussetzung ist, dass, ihr Abschluss nicht länger als zwölf Monate zurückliegt. Diese Erfahrung erweitert nicht nur Deinen persönlichen Horizont, sondern macht sich auch gut in Deinem Lebenslauf. Denn: Immer mehr Betriebe haben internationale Kunden und legen deshalb großen Wert auf interkulturelle Kompetenzen.

Als Azubi nach China

Wie so ein Auslandsaufenthalt konkret ablaufen kann, zeigt das Austauschprogramm der Berufsbildenden Schule (BBS) Wirtschaft I Ludwigshafen. Die Schule ermöglicht angehenden Immobilien- und Speditionskaufleuten, jährlich für vier Wochen in die chinesische Millionenmetropole Tianjin zu gehen. Dort arbeiten die Fachkräfte von morgen in internationalen Teams. Dabei können sie in bekannte, aber auch neue Tätigkeitsbereiche hineinschnuppern. Einmal in der Woche besuchen sie das Partnercollege, das Sino-German Vocational Technical College. Ihre freie Zeit nutzen die Auszubildenden, um das faszinierende China und seine Menschen kennenzulernen.

Internationale Zusatzqualifikation

In Deutschland ermöglichen einige Betriebe im Handwerk und im kaufmännischen Bereich ihren Auszubildenden außerdem eine internationale Zusatzqualifikation. Auszubildende können an einer Berufsschule Sprachkurse machen und Fächer wie z. B. europäisches Warenrecht oder internationales Marketing belegen. Wenn Du die Prüfungen bestehst, schließt Du mit einem Zertifikat z.B. als „Europaassistent/-in im Handwerk“ oder „Asienkauffrau/-mann“ ab. Suche in der Datenbank von AusbildungPlus nach entsprechenden Zusatzqualifikationen (www.ausbildungplus.de). Welche Betriebe und Berufsschulen eine internationale Zusatzqualifikation anbieten, erfährst Du bei der für Dich zuständigen Handwerkskammer (HWK) oder Industrie- und Handelskammer (IHK).

Planung ist alles

Um während der Ausbildung Berufserfahrung im Ausland zu sammeln, braucht es neben Abenteuerlust aber auch eine gute Planung. Auszubildende dürfen maximal ein Viertel der in der Ausbildungsordnung festgelegten Ausbildungszeit mit Auslandspraktika verbringen. Das Gute daran: Du musst Deine Ausbildung nicht unterbrechen, sogar Deine Ausbildungsvergütung bekommst Du weiter. In einem ersten Schritt solltest Du Dich mit Deinem Ausbildungsbetrieb und Deiner Berufsschule abstimmen. Hier gilt die Regel: Je länger Dein Aufenthalt sein soll, umso früher solltest Du in die Planung einsteigen.

Gut beraten in die Ferne

Wenn es Dich nun ins Ausland zieht, informiere Dich zunächst, ob bisher in Deinem Betrieb oder in Deiner Berufsschule entsprechende Praktika durchgeführt wurden. Darüber hinaus kannst Du aber auf zahlreiche Beratungsangebote und Förderprogramme setzen. Die Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (IBS) etwa hilft Auszubildenden, einen Praktikumsplatz im Land ihrer Träume zu finden. Alles, was Du zum Thema Auslandspraktikum wissen musst, findest Du auf dem Portal www.go-ibs.de, hier gibt es z. B. eine Datenbank, die Möglichkeiten für Praktika auf der ganzen Welt bereithält. Auf der Seite www.machmehrausdeinerausbildung.de/dein-auslandspraktikum/ erhältst Du u.a. Informationen über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten. Nicht zuletzt kannst Du auch die Mobilitätsberaterinnen und -berater einer Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer in Deiner Nähe befragen, die Dich bei Bedarf auch in der Kommunikation mit Deinem Betrieb begleiten. 

Weiterführende Informationen:

Auf dem Portal „Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung“ (IBS) findest Du alle wichtigen Informationen zum Thema Auslandspraktika während der Ausbildung.

Schau Dir an, was die Auszubildenden der Berufsbildenden Schule (BBS) Wirtschaft I Ludwigshafen in China erleben.

Mit dem Förderprogramm Erasmus + werden Praktika innerhalb Europas finanziell unterstützt.

„Berufsbildung ohne Grenzen“ ist ein Beratungsangebot des Deutschen Industrie- und Handelskammertags und der Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk.