Vom Studienabbrecher zum Tischler-Azubi

Ein abgebrochenes Studium ist kein Weltuntergang, denn auch jenseits der Hochschule gibt es spannende berufliche Perspektiven. Das neue BMBF-Portal www.studienabbruch-und-dann.de zeigt alternative Karrierewege auf.

Ein junger Mann schneidet ein Stück Holz zu.

JOBSTARTER / Thilo Schoch

Jan hatte irgendwann die Nase voll von seinem Studium der angewandten Informatik: Die „Kopfarbeit“ wurde ihm zuviel, denn eigentlich ist er ein „totaler Bewegungsmensch“, erzählt der 24-Jährige. Seit dem Ausbildungsjahr 2014/2015, also seit rund zwei Jahren, macht der Göttinger eine Ausbildung zum Tischler – und ist sehr zufrieden mit seiner Entscheidung. 

Mit seiner Erfahrung ist Jan kein Einzelfall. Doch viele Studierende, die insgeheim an ihrem Studium zweifeln, wissen nicht, welchen beruflichen Weg sie stattdessen einschlagen sollen. Oder sie tun sich schwer damit, ihr begonnenes Studium abzubrechen, weil sie befürchten, ganz umsonst das Abitur gemacht zu haben. 

Doch auch zahlreiche duale Ausbildungsberufe eröffnen eine spannende berufliche Zukunft.
Und gerade Jugendliche mit Hochschulreife bzw. Studienabbrecherinnen und -abbrecher haben beste Chancen auf einen interessanten Ausbildungsplatz. Aufgrund ihres Vorwissens bestehen für sie besonders gute Aussichten, in einem Betrieb als Führungskraft Karriere zu machen. Jans Ausbilder hat kein Problem mit Jans abgebrochenem Studium. Im Gegenteil: Er schätzt es, dass Jan schon etwas älter ist als andere Azubis, die direkt von der Schule kommen. Ein weiterer Vorteil: Mit dem Abitur in der Tasche kann Jan seine Ausbildungszeiten bis zu einem Jahr verkürzen. 

Falls auch Du an Deinem Studium zweifelst oder vielleicht sogar mit dem Gedanken spielst, dieses abzubrechen, hilft Dir das neue Online-Portal www.studienabbruch-und-dann.de weiter. Dort findest Du neben Jans Erfahrungsbericht viele weitere inspirierende Storys ehemaliger Studierender. Die Website unterstützt Dich außerdem dabei, herauszufinden, welcher Schritt für Dich der richtige ist: Studium wechseln, durchziehen oder abbrechen? Falls Du Dich für den Abbruch entscheidest, kannst Du Dich hier auch gleich über alternative Qualifizierungswege außerhalb der Hochschule informieren, beispielsweise in der beruflichen Bildung.

„Das Gute an der Berufsausbildung ist, dass du jeden Tag eine neue Herausforderung bekommst“, so Jans Erfahrung. „Mein Selbstbewusstsein ist von Monat zu Monat gewachsen, weil ich einfach im Gegensatz zum Studium jetzt die Anforderungen gut erfüllen konnte.“ Nach seiner Ausbildung hat er vor, sich auf Möbeldesign zu spezialisieren. Nicht ausgeschlossen, dass er es dann vielleicht doch noch einmal mit einem Studium versucht – denn das ist auch nach seinem Berufsabschluss immer noch möglich.