Staatliche Förderprogramme nutzen

Auch wenn Du Dich ohne Unterstützung Deines Arbeitgebers weiterbilden möchtest, musst Du die Kosten nicht unbedingt komplett selbst zahlen. Um möglichst vielen Personen eine Weiterbildung zu ermöglichen, bietet der Staat finanzielle Unterstützung an.

junge Frau sitzt am Fenster und lernt

Bei guten Leistungen hast Du gute Chancen auf eine zusätzliche staatliche Förderung.

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Das Aufstiegs-BAföG

Wenn Du nach Deiner Ausbildung einen höheren Abschluss planst, kannst Du dafür finanzielle Unterstützung nach dem sogenannten Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, kurz Aufstiegs-BAföG, beantragen. In welchem Bereich Du diese machst, ist dabei egal, denn Anspruch auf eine Förderung hast Du grundsätzlich unabhängig von Deinem Beruf oder Deiner Branche. Auch Dein Alter spielt keine Rolle. Wichtig ist lediglich, dass es sich um eine Fortbildungsmaßnahme mit Aufstiegspotenzial handelt, Du also einen weiterqualifizierenden Abschluss wie den Meister, Betriebswirt oder Techniker erwirbst. 

Dann erhältst Du einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt. Das Aufstiegs-BAföG besteht aus zwei Komponenten: einem Zuschuss, den Du nicht zurückzahlen musst, und einem zinsgünstigen Darlehen, das über die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) läuft. Das Darlehen musst Du nach dem Ende Deiner Fortbildung zurückzahlen. Bei bestandener Prüfung sowie der Gründung eines eigenen Betriebs bekommst Du außerdem einen zusätzlichen Bonus und ein Teil des Darlehens wird Dir erlassen. 

Und so bewirbst Du Dich: Deinen Antrag reichst Du bei der für Dich zuständigen Stelle für Ausbildungsförderung ein. Welche das ist, kannst Du auf der Website meister-bafoeg.info nachschauen. Dort findest Du auch alle Antragsformulare. 

Bei weiteren Fragen zur Förderung hilft Dir außerdem die gebührenfreie Hotline des BMBF unter 0800 MBAFOEG oder 0800 6223634 weiter. Weitere Infos findest Du zudem in dem Flyer „Vom Meister zum Aufstiegs-BAföG“.

Das Weiterbildungsstipendium

Du hast Deine Ausbildung besonders gut abgeschlossen? Dann hast Du generell gute Chancen auf eine zusätzliche staatliche Förderung bei Deiner Weiterbildung. Mit dem Weiterbildungsstipendium etwa fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) besonders begabte Berufseinsteigerinnen und -einsteiger unter 25 Jahren, die sich nach ihrer Ausbildung weiterbilden wollen.

Das Stipendium erhältst Du für zwei Jahre. In diesem Zeitraum kannst Du Zuschüsse von bis zu 7.200 Euro beantragen. Gefördert werden Fortbildungskurse wie Meister- oder Technikerlehrgänge, EDV-Kurse, medizinische Fortbildungen oder in manchen Fällen sogar ein berufsbegleitendes Studium. Ob Du die Voraussetzungen für eine Bewerbung erfüllst, kannst Du auf der Website der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) überprüfen.

Das Aufstiegsstipendium

Wenn Du nach Deiner Ausbildung Dein praktisches Know-how auf ein breiteres theoretisches Fundament stellen willst, ist ein Studium dafür eine gute Wahl. Hast Du Deine Ausbildung besonders gut abgeschlossen und verfügst über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung, kannst Du Dich dafür um ein Aufstiegsstipendium bewerben. Besonders gute Leistungen weist Du entweder durch Deine Abschlussnote, eine Platzierung bei einem überregionalen Leistungswettbewerb oder einen begründeten Vorschlag Deines Arbeitgebers nach.

Mit dem Aufstiegsstipendium gefördert werden sowohl Vollzeit- als auch berufsbegleitende Studiengänge. Bei einem Vollzeitstudium erhältst Du monatlich insgesamt 815 Euro.

Bei einem berufsbegleitenden Studium beträgt die Förderung 2.400 Euro im Jahr. Wie Du Dich bewirbst, erklärt Dir die Website der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung, ebenso die Details zum Auswahlverfahren.

Die Bildungsprämie

Ein weiteres staatliches Fördermodell, das Du zur Finanzierung Deiner Weiterbildung in Anspruch nehmen kannst, ist die Bildungsprämie. Mit dieser 2008 eingeführten Prämie will die Bundesregierung zusätzliche Anreize schaffen, in die eigene Bildung und Weiterbildung zu investieren. Das Programm besteht aus dem Prämiengutschein und dem Spargutschein („Weiterbildungssparen“), beide kannst Du miteinander kombinieren. Für den Prämiengutschein bestehen allerdings ein paar Bedingungen, zum Beispiel mit Blick auf Dein Einkommen, Dein Alter sowie die Veranstaltungsgebühr.

Im Vergleich zum Prämiengutschein ist der Spargutschein mit weniger Auflagen verbunden. Ihn kannst Du nutzen, wenn Du über ein gefördertes Ansparguthaben nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) verfügst. Der Spargutschein der Bildungsprämie ermöglicht die vorzeitige Entnahme des angesparten Guthabens, ohne dass dadurch die Arbeitnehmersparzulage verloren geht.

Bundesweit unterstützt Dich ein Netz von lokalen Beratungsstellen kostenlos bei der Wahl der passenden Weiterbildungsmaßnahme und des Bildungsanbieters. Sie stellen Dir außerdem Deinen Prämiengutschein und/oder gegebenenfalls Spargutschein aus. Deine nächstgelegene Beratungsstelle findest Du auf der Website bildungspraemie.info.

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