Staatliche Förderprogramme nutzen

Auch wenn Du Dich ohne Unterstützung Deines Arbeitgebers weiterbilden möchtest, musst Du die Kosten nicht unbedingt komplett selbst zahlen. Um möglichst vielen Personen eine Weiterbildung zu ermöglichen, bietet der Staat finanzielle Unterstützung an.

junge Frau sitzt am Fenster und lernt

Bei guten Leistungen hast Du gute Chancen auf eine zusätzliche staatliche Förderung.

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Das Aufstiegs-BAföG

Wenn Du Dich nach Abschluss Deiner Ausbildung höher qualifizieren und Deine beruflichen Aufstiegschancen verbessern möchtest, kannst Du dafür finanzielle Unterstützung nach dem sogenannten Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, kurz Aufstiegs-BAföG beantragen. Es gibt mehr als 700 förderfähige Fortbildungen in Deutschland, an denen Du unabhängig von Deinem Alter teilnehmen kannst. Wichtig ist nur, dass die angestrebte Qualifikation eine Verbesserung Deines bisherigen Abschlusses darstellt.

Das Aufstiegs-BAföG setzt sich aus unterschiedlichen Teilen zusammen. Bei einer Fortbildung in Vollzeit erhältst Du einen Zuschuss zum Lebensunterhalt, der nicht zurückgezahlt werden muss. Außerdem werden 50 Prozent der Fortbildungskosten wie Lehrgangs- und Prüfungsgebühren übernommen, für die restlichen 50 Prozent wird Dir ein zinsgünstiges Darlehen der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) gewährt. Wenn Du die Prüfung bestehst, musst Du nur die Hälfte dieses Darlehens zurückzahlen. Solltest Du Dich nach der Prüfung mit einem eigenen Betrieb selbständig machen, wird Dir das Darlehen sogar komplett erlassen.

Und so bewirbst Du Dich: Deinen Antrag reichst Du bei der für Dich zuständigen Stelle für Ausbildungsförderung ein. Welche das ist, kannst Du auf der Website Aufstiegs-BAföG nachschauen. Dort findest Du auch alle Antragsformulare.

Bei weiteren Fragen zur Förderung hilft Dir außerdem die gebührenfreie Hotline des BMBF unter 0800 6223634 weiter. Weitere Infos findest Du zudem in dem Flyer „Aufstiegs-BAföG“

Das Weiterbildungsstipendium

Du hast Deine Ausbildung besonders gut abgeschlossen und möchtest beruflich weiterkommen? Dann hast Du generell gute Chancen auf eine zusätzliche staatliche Förderung bei Deiner Weiterbildung. Mit dem Weiterbildungsstipendium etwa fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) besonders begabte Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger unter 25 Jahren bei der weiteren beruflichen Qualifizierung.

Das Stipendium erhältst Du für maximal drei Jahre. In diesem Zeitraum kannst Du Zuschüsse von bis zu 8.100 Euro beantragen. Gefördert werden Fortbildungskurse wie Meister- oder Technikerlehrgänge, EDV-Kurse, medizinische Fortbildungen und in manchen Fällen sogar ein berufsbegleitendes Studium. Ob Du die Voraussetzungen für eine Bewerbung erfüllst, kannst Du auf der Website der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) überprüfen.

Das Aufstiegsstipendium

Wenn Du nach der Ausbildung Dein Können bereits erfolgreich in der Praxis gezeigt hast und jetzt Deine Kompetenzen und beruflichen Möglichkeiten erweitern möchtest, ist ein Hochschulstudium ein guter Weg dahin. Hast Du Deine Ausbildung oder eine fachliche Fortbildung besonders gut abgeschlossen und verfügst über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung, kannst Du Dich um ein Aufstiegsstipendium bewerben. Das bedeutet eine einkommensunabhängige monatliche Förderung Deines Studiums. Neben einer sehr guten Abschlussnote können auch eine Platzierung bei einem überregionalen Leistungswettbewerb oder ein begründeter Vorschlag Deines Arbeitgebers auschlaggebend für ein Aufstiegsstipendium sein.

Gefördert werden sowohl Vollzeit- als auch berufsbegleitende Studiengänge. Bei einem Vollzeitstudium erhältst Du monatlich insgesamt 861 Euro plus 80 Euro Büchergeld.

Bei einem berufsbegleitenden Studium beträgt die Förderung 2.700 Euro im Jahr. Wie Du Dich bewirbst, erklärt Dir die Website der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung ebenso wie Details zum Auswahlverfahren.

Die Bildungsprämie

Ein weiteres staatliches Fördermodell, das Du zur Finanzierung Deiner Weiterbildung in Anspruch nehmen kannst, ist die Bildungsprämie. Sie soll für Erwerbstätige zusätzliche Anreize schaffen, in die eigene Bildung und Weiterbildung zu investieren. Das Programm besteht aus dem Prämiengutschein und dem Spargutschein („Weiterbildungssparen“), beide kannst Du miteinander kombinieren. Für den Prämiengutschein bestehen allerdings ein paar Bedingungen, Dein Einkommen oder die Veranstaltungsgebühr betreffend.

Im Vergleich zum Prämiengutschein ist der Spargutschein mit weniger Auflagen verbunden. Ihn kannst Du nutzen, wenn Du über ein gefördertes Ansparguthaben nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) verfügst. Der Spargutschein der Bildungsprämie ermöglicht die vorzeitige Entnahme des angesparten Guthabens, ohne dass dadurch die Arbeitnehmersparzulage verloren geht.

Bundesweit unterstützt Dich ein Netz von lokalen Beratungsstellen kostenlos bei der Wahl der passenden Weiterbildungsmaßnahme und des Bildungsanbieters. Sie stellen Dir außerdem Deinen Prämiengutschein und/oder gegebenenfalls Spargutschein aus. Deine nächstgelegene Beratungsstelle findest Du auf der Website bildungspraemie.info.

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