Sommerzeit = Urlaubszeit

Die Arbeit im Betrieb und die Berufsschule können ganz schön anstrengend sein. Doch auch Du hast während Deiner Ausbildung Anspruch auf bezahlten Urlaub. Wir verraten Dir, welche Rechte Du hast.

Eine Rucksacktouristin steht in den Bergen und streckt die Arme in die Luft.

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Nicht jeder hat gleich lang Urlaub
Zuerst einmal solltest Du herausfinden, wie viele Urlaubstage Du pro Jahr hast. Bist Du jünger als 16, hast Du laut Jugendarbeitsschutzgesetz jährlich ein Recht auf mindestens 30 Werktage, unter 17 Jahren 27 und unter 18 Jahren 25 Werktage. Falls Du schon erwachsen bist, gilt für Dich das Bundesurlaubsgesetz, das mindestens 24 Werktage Urlaub vorschreibt. 

Vielleicht stehen Dir sogar mehr Urlaubstage zu. Das ist der Fall, wenn in Deiner Branche ein sogenannter Tarifvertrag gilt, bei dem sich die Arbeitgeber und die zuständige Gewerkschaft auf den Urlaub für alle Beschäftigten geeinigt haben. Wirf deshalb am besten einen Blick in Deinen Ausbildungsvertrag, was dort über die Länge Deines Urlaubs steht. 

Doch Achtung: Es macht einen großen Unterschied, ob dort von „Werktagen“ oder von „Arbeitstagen“ die Rede ist. Denn eine Woche besteht aus sechs Werktagen (Montag bis einschließlich Samstag) oder aus fünf Arbeitstagen (Montag bis Freitag). Stehen in Deinem Ausbildungsvertrag 30 Werktage, sind das fünf Wochen Urlaub. Rechnet man dagegen in Arbeitstagen, ergeben sich daraus sogar sechs Wochen Freizeit im Jahr.

Was tun bei plötzlicher Erkrankung?
Wann genau Du Urlaub nehmen kannst, musst Du jedoch mit Deinem Ausbildungsbetrieb absprechen. Allerdings darf dieser nur in Ausnahmefällen Deinen Urlaubsantrag ablehnen, zum Beispiel wenn Arbeitskollegen wegen Kindern bei der Urlaubsplanung Vorrang haben oder der ganze Betrieb zu einer festgelegten Zeit geschlossen hat. Doch selbst wenn es Streit gibt: Mach niemals unerlaubt Urlaub, denn sonst kannst Du Deinen Ausbildungsplatz verlieren. 

Wenn Du endlich frei hast, solltest Du die Zeit auch tatsächlich zur Erholung nutzen. Auf jeden Fall darfst Du in dieser Zeit nicht einfach durch gewerbliche Arbeit dazuverdienen – außer, es ist Dein Nebenjob, dem Du auch ansonsten neben der Ausbildung nachgehst. 

Und falls Du im Urlaub plötzlich krank wirst, solltest Du zu einem Arzt gehen, Dir Deine Krankheit per Attest bestätigen lassen und dies Deinem Betrieb vorlegen. Dann kannst Du die verpassten Urlaubstage später nach erneuter Absprache mit Deiner Firma nachholen. Falls Du außerdem während Deines Urlaubs in die Berufsschule musst, gelten diese Tage nicht als Urlaub und werden Dir daher nicht abgezogen. 

In diesem Sinne: Das Team von „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ wünscht Dir schon jetzt einen wunderschönen und vor allem erholsamen Urlaub!

Urlaub im letzten Ausbildungsjahr

Dein letztes Ausbildungsjahr endet bereits vor Juli? Erfahre hier, was das für Deinen Jahresurlaub bedeutet.

Gesetzliche Regelungen

Hier noch einmal die gesetzlichen Regelungen für Urlaub von Azubis auf einen Blick.