So sehen Siegerinnen aus!

Caroline Schneider, Lisa Wallner und Katharina Witte haben den Filmwettbewerb „Wir sind Zukunft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewonnen. In ihrem Video zeigen sie vier Menschen, die eine duale Ausbildung in der Slowakei absolvieren

Der Parlamentarische Staatssekretär und die drei Gewinnerinnen des Wettbewerbs.

Der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel, mit den drei Gewinnerinnen des Wettbewerbs.

Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel

Herzlichen Glückwunsch zum Erfolg!

Schneider: Wir freuen uns total. Zumal wir ja durchaus ein Handycap hatten. Der Wettbewerb hat sich zwar an Mediengestalter gerichtet. Wir drei sind aber Mediengestalterinnen Digital und Print, also eigentlich gar nicht Mediengestalter Bild und Ton.

Wie kommt es, dass Ihr an dem Filmwettbewerb zum Thema „duale Ausbildung“ teilgenommen habt?

Schneider: Wir besuchen gemeinsam das Berufskolleg Senne in Bielefeld, und unsere Schulleitung hat uns auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Wir beschäftigen uns in unserer Ausbildung auch mit Audio- und Videoproduktion, deshalb hat sich eine Teilnahme angeboten. Und dann haben wir uns mit einem 30-sekündigen Videoclip für die Endrunde qualifiziert. 

Was war Eure ursprüngliche Idee?

Witte: Alle Teams sind ja in unterschiedliche europäische Länder gefahren. Unsere Aufgabe war es, dort Menschen zu filmen, die eine duale Ausbildung absolvieren.

Wallner: Was auf jeden Fall sehr interessant ist, weil es in der Slowakei erst seit zwei Jahren das Konzept „duale Ausbildung“ gibt. Da waren wir neugierig drauf. In Deutschland ist das ja irgendwie schon selbstverständlich. Also war unser Plan, einen Azubi im Betrieb und in der Schule zu filmen. Das ist dann ganz anders geworden.

Wie kam das?

Schneider: Die Außenhandelskammer hat uns super unterstützt. Im Vorfeld hat die in der Slowakei drei passende Unternehmen für uns gesucht. Wir hatten dann zwei angehende Mechatroniker, die in Horná Streda ausgebildet wurden und einen Schuhfertiger, der Azubi in Martin war. Dort haben wir dann noch eine Frau interviewt, um auch die weibliche Perspektive drin zu haben. Wir hatten also plötzlich vier Protagonisten. Dazu kam, dass in den Tagen, in denen wir gedreht haben, kein Berufsschulunterricht stattfand, den wir hätten filmen können. Und zu guter Letzt hatten wir, wegen der langen Fahrzeiten zwischen den Unternehmen, gerade mal zwei anstatt vier Tage Zeit zum Drehen.

Wallner: Wir haben also die ganze Zeit zwischendurch miteinander diskutiert, wie wir mit den veränderten Bedingungen umgehen.

Was zeigt Euer Film?

Schneider: Wir wollten von Anfang an einen authentischen Film machen, also zeigen, wie die duale Ausbildung in der Slowakei funktioniert.

Witte: Wir zeigen vier Azubis im Betrieb. Wir haben sie gefragt, warum sie sich für die duale Ausbildung entschieden haben und was sie sich davon versprechen. Beispielsweise erwartet der angehende Schuhfertiger Peter Ogurek von dieser Ausbildung, dass er später einen sicheren Arbeitsplatz haben wird. Patrik Ziska, der zum Mechatroniker ausgebildet wird, meint, dass er viele anspruchsvolle und praktische Tätigkeiten im Betrieb durchgeführt hat, die er ohne vorherigen technischen Unterricht an der Berufsschule nicht beherrschen würde. Die Argumente für eine duale Ausbildung sind in der Slowakei und in Deutschland im Grunde die gleichen. Auch, dass man als Azubi gute Chancen hat, übernommen zu werden.

Wallner: Und dass man nicht so einen harten Übergang von der Schule ins Berufsleben hat, sondern die Möglichkeit, den Beruf und das Unternehmen allmählich kennenzulernen, auch wenn man früher ins Berufsleben startet als beispielsweise bei einem Studium.

Habt ihr denn Unterschiede entdeckt?

Wallner: Was uns am meisten überrascht hat, war, dass es dort Ausbildungsabteilungen in den Betrieben gibt. Hier in Deutschland arbeiten wir ja von Anfang an richtig im Betrieb. Dort gibt es Werkstätten, in denen die Handgriffe abseits der tatsächlichen Produktion geübt werden.

Wallner: Ansonsten ist vieles wie bei uns. Auch die Prüfungen: Die Prüfungsfragen, die man bei einer Abschlussprüfung in der Slowakei gestellt bekommt, werden dafür aus dem Deutschen übersetzt.

Schneider: Die wissen aber, dass das Konzept der dualen Ausbildung aus Deutschland kommt und das finden sie gut.

Infokasten

Caroline Schneider, Lisa Wallner und Katharina Witte sind am 22. März 2017 vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel, im Ministerium ausgezeichnet worden. Drei Minuten lang ist ihr Film, mit dem sie den ersten bundesweiten Filmwettbewerb „Wir sind Zukunft – europäische Juniorfachkräfte dual ausgebildet“ gewonnen haben. Bei der Preisverleihung sagte Staatssekretär Rachel: „Wir wollen anderen Ländern zeigen, was duale Ausbildung bedeutet. Daher arbeiten wir als Ministerium mit sechs Partnerländern in der EU, aber auch vielen anderen Ländern weltweit zusammen.“ Die Projekte der dualen Ausbildung in der Slowakei sind Ergebnis einer deutsch-slowakischen Bildungszusammenarbeit.