Reden ist Gold

Ein Viertel aller Ausbildungsverträge wird jährlich vorzeitig aufgelöst. Häufige Ursache: Mangelnde Kommunikation zwischen Azubis und Unternehmen! Hier erfährst Du, was Du bei Problemen machen und wo Du Dir Unterstützung holen kannst.

Kommunikation zwischen Auszubildenden und Betrieben

Vodafone Stiftung Deutschland GmbH

Mangelnde oder verfehlte Kommunikation zwischen Auszubildenden und den Ausbildern in den Betrieben ist einer der Hauptgründe, weswegen fast ein Viertel aller Azubis jedes Jahr die Ausbildung abbricht. Das zeigt eine Studie des Soziologischen Forschungsinstituts an der Georg-August-Universität Göttingen (SOFI). Die Ursache sind häufig Konflikte, die verschwiegen werden und die daher ungelöst bleiben oder eskalieren.

Was führt zu Konflikten?

Doch was führt überhaupt zu Konflikten und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz bzw. wie kommt es letztlich zur Auflösung des Ausbildungsvertrags? Unregelmäßige Arbeitszeiten, Überstunden oder falsche berufliche Vorstellungen – die Liste der Gründe ist lang.

Nicht zu unterschätzen ist die Umstellung von der Schule ins Arbeitsleben. Die Ausbildungszeit ist eine Phase, in der Jugendliche ihre eigene Rolle erst finden müssen: Aus Schülerinnen und Schülern werden bald Erwerbstätige. Eine aufregende und gleichzeitig aufreibende Zeit. Das ist nicht immer leicht.

Eine Schlüsselrolle spielt die innerbetriebliche Kommunikation. Für ein vertrauensvolles Arbeits- und vor allem auch Ausbildungsverhältnis ist eine Kultur des offenen Meinungsaustauschs wichtig. Erfahrungsgemäß kommt diese in unserem hektischen Berufsalltag allerdings allzu oft zu kurz. Eine Rückmeldung zur eigenen Arbeitsleistung zu bekommen, ist allerdings gerade in der Phase des Lernens enorm wichtig. Finden keine Feedbackgespräche statt, nehmen Mitarbeitende – und Azubis bilden hier keine Ausnahme! – dies als Zeichen mangelnder Wertschätzung wahr. 

Was Du tun kannst

Kommunikation ist gleichzeitig die Voraussetzung, um eine Lösung zu finden. Wenn die Person, die Dich ausbildet, gleichzeitig Dein Chef oder Deine Chefin ist und es sonst keine Vertrauensperson im Unternehmen gibt, fällt es schwer, Konflikte anzusprechen. Ein Teufelskreis, denn: Konflikte sind schwer aus dem Weg zu räumen, wenn man nicht miteinander spricht. Was Du tun kannst? Sei mutig und spreche das, was Dich umtreibt, möglichst frühzeitig und offen an. Wichtig dabei: ein höflicher und respektvoller Umgang miteinander. Ein persönliches Gespräch bietet zum Beispiel den Vorteil,  gegenseitige Erwartungen zu klären und die eigenen beruflichen Interessen klar äußern zu können. Ein erster Schritt auf dem Weg  zu einer Lösung!

Wenn all das nicht hilft oder der Konflikt bereits eskaliert ist, hol Dir Hilfe von Profis! Das können zum Beispiel Ausbildungsberaterinnen und -berater der Industrie- und Handels- oder der Handwerkskammern sein. Aber auch Berufsschulen bieten häufig erste Anlaufstellen, z.B. Beratungslehrkräfte. Sie unterstützen Dich mit verschiedenen Hilfsangeboten. Hilfreich ist für noch nicht Auszubildende außerdem, bereits während der Schulzeit praktische Arbeitserfahrung zu sammeln. Du kannst zum Beispiel bei einem Praktikum in den Sommerferien den Berufsalltag kennenlernen und in verschiedene Betriebe hineinschnuppern. Am besten ist es, gleich mehrere Praktika zu machen. So kannst Du überprüfen, welcher Bereich oder welche Branche Dir und Deinen beruflichen Vorstellungen, Wünschen und Fähigkeiten am meisten entspricht.

Weiterführende Informationen:

Du kannst die Studie zusammengefasst in „Reden ist Gold“ nachlesen. 

„So nicht!“ Umgang mit Konflikten in der Ausbildung

….muss ich mir das bieten lassen? Typische Konflikte aus dem Ausbildungsalltag.