Pflegen, ernten, schützen

Du interessierst Dich für eine Ausbildung in der Natur? Heinrich Siebrecht erzählt in einem Interview, wie er als angehender Forstwirt den Wald in Ordnung hält und was seine Arbeit unter freiem Himmel auszeichnet.

Förster mit der Kettensäge bei Fellarbeiten im Wald

Fällarbeiten im Wald sind ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsalltags von Försterinnen und Förstern.

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Herr Siebrecht, warum haben Sie sich für die Ausbildung zum Forstwirt entschieden?

Ich interessiere mich von klein auf für die Natur und bin sehr gerne im Wald. Außerdem liegt mir die Arbeit mit Maschinen, und ich arbeite gerne im Team, bin aber auch gerne allein unterwegs. Für mich ist Forstwirt genau der passende Beruf, weil er meinen Vorstellungen entspricht.

Ein Großteil Ihrer Ausbildung findet im Wald statt. Was sind Ihre Aufgaben?

Das hängt stark von den Jahreszeiten ab. Im Frühjahr und Herbst steht die Pflanzung von Bäumen an, im Sommer ist es die Kultur- und Jungwuchspflege und der Nadelholzeinschlag. Laubbäume werden im Winter geerntet. Ich bin meistens im Team unterwegs. Bei unserer Arbeit im Wald bestimmen wir auch Baumarten, Gräser und Pflanzenarten. Außerdem eignen wir uns verschiedene Fäll- und Schnitttechniken an, z. B. Fällheberschnitt, Herzschnitt und die Sicherheitsfälltechnik. Und wir üben das Erkennen von Merkmalen kranker und geschädigter Bäume.  

Angehender Forstwirt Heinrich Siebrecht bei der Arbeit im Wald

Heinrich Siebrecht macht eine Ausbildung zum Forstwirt und kümmert sich darum, dass es dem Wald gut geht.

Heinrich Siebrecht

Was macht Ihnen am meisten Spaß?

Mir gefällt der Holzeinschlag am besten. Ich finde das beeindruckend, wie viele Jahre diese Bäume schon stehen und was sie überstanden und erlebt haben und wie viel Pflege sie auch letztendlich erhalten haben. Ich stehe am Ende dieser Kette und darf diesen Baum dann fällen. Da freue ich mich, wenn ich ein gutes Schnittbild hingelegt habe – also der Fällschnitt gut geglückt ist und ich die Fällrichtung, die ich vorherbestimmt habe, auch eingehalten habe.

Wie ist der theoretische Teil an der Berufschule gestaltet?

Im Fachunterricht lernen wir etwas über landesbiologische Produktion, Forstnutzung, Umwelt und Wirtschaft. Und dann haben wir noch allgemeine Fächer wie Deutsch, Sozialkunde, Sport und Philosophie. Wir machen außerdem viele Exkursionen zu den Themen, die wir im Fachunterricht besprochen haben.

Das Abholzen dient einerseits der Pflege des Waldes. Aber Sie ernten ja auch Holz. Welche Rolle spielt der Aspekt der Vermarktung in Ihrer Ausbildung?

Als Azubis vermessen wir die Stämme und sortieren diese in verschiedene Sortimente ein. Für die Preisverhandlung und die Vermarktung gibt es in unserem Forstamt einen Holzvermarkter.

Wie würden Sie die Aufgaben von Forstwirtinnen und Forstwirten in einem Satz zusammenfassen?

Sie übernehmen die Pflege der Bäume von klein auf und kümmern sich um deren Schutz und um die Ernte.

Wo sehen Sie sich in den nächsten Jahren. Wie sind Ihre Zukunftspläne?

Als erstes möchte ich die Ausbildung erfolgreich abschließen. Und dann werde ich sehen. Es gibt viele Möglichkeiten: Ich könnte z. B. eine Meisterqualifikation machen oder Forstwirtschaft studieren. Auch eine Weiterbildung zum Maschinenführer ist möglich. Ich kann mir auch gut vorstellen, im Forstamt Neustrelitz zu bleiben. Ich komme aus der Gegend und fühle mich hier sehr wohl.

Hat sich durch das stärker werdende Umweltbewusstsein das Image des Berufs verändert?   

Ja, ich denke schon, dass der Beruf für viele attraktiver ist als früher. Bei uns an der Berufsschule ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler zum Beispiel deutlich gestiegen. Es gibt sogenannte Überspringer, die bringen das Abitur mit und können gleich ins zweite Lehrjahr einsteigen. Bei unserer Schule werden das immer mehr.

  • Die Ausbildung zur Forstwirtin bzw. zum Forstwirt dauert in der Regel drei Jahre. Ein Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, erwartet wird aber meistens ein mittlerer Bildungsabschluss. Mehr Infos gibt es auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit.  
  • Fällarbeiten sind ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung zur Forstwirtin bzw. zum Forstwirt. Wie das aussieht, zeigt ein Film auf planet-beruf.de
  • Wer sich generell für Berufe in der Natur interessiert, erhält auf der Seite junglandwirte.de  viele Anregungen.