Nicht nur sportlich ambitioniert

Ria Budich wollte nach dem Abitur zuerst auf eigenen Füßen stehen. Deshalb entschied sie sich dazu, eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau zu absolvieren. Bei der Entscheidung half ihr unter anderem die Beratung der Agentur für Arbeit.

Ria Budich absolviert im dritten Lehrjahr eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau.

Ria Budich absolviert im dritten Lehrjahr eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau.

BMBF

Ria, wie bist du auf die Idee gekommen, eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau zu absolvieren?

Mir war nach dem Abitur nicht ganz klar, wie es weitergehen sollte. Ich wollte gerne etwas in Richtung Sport machen. Ich war mir nicht ganz sicher, ob es ein Sportstudium sein sollte. Und da dachte ich, bevor ich etwas anfange und dann möglicherweise wieder abbreche, weil es doch nichts für mich ist, mache ich etwas Solides. Dazu kam, dass ich eine super Beratung durch die Arbeitsagentur hatte. Dort wurde ich hervorragend mit Informationen versorgt.

Spielte die Vergütung eine Rolle bei deiner Entscheidung für eine Ausbildung?

Unbedingt. Ich fand es super, dass ich nach dem Abitur gleich Geld verdienen konnte.

Ich nehme an, wer seine berufliche Karriere mit dem Sport verknüpft, ist selbst sportlich …

Auf mich jedenfalls trifft das zu. Ich habe als Kind schon viele Sportarten ausprobiert, Tanzen, Volleyball, Fußball… Mit acht Jahren habe ich dann das Voltigieren entdeckt. Das war mein Ding, ist es bis heute. Schon mit 14 Jahren bin ich Trainerin geworden, ich engagiere mich aktiv im Verein, bin mit dem „Volti-Gen“ ausgestattet.

Es ist also wichtig, dass man selbst Sport treibt, wenn man sich für die Ausbildung bewirbt?

Ja. Das macht unser Ausbilder hier an der TU immer sehr deutlich. Das ist Voraussetzung für die Ausbildung hier. Abgesehen davon – für mich ist Sport wirklich wunderbar. Ich trainiere selbst fünf, sechs Mal in der Woche nach meiner Arbeit in einem anderen Fitness-Studio. Hanteln stemmen macht den Kopf frei, ist ein perfekter Ausgleich. Außerdem esse ich für mein Lebens gern, da muss ich Sport treiben….

Wie sieht deine Arbeitswoche aus?

Zwei Tage in der Woche bin ich in der Berufsschule und entsprechend drei Tage hier in der TU. Dienstags von 9 bis 13 Uhr ist mein Sekretariatstag. Die kaufmännischen Aspekte der Ausbildung unterscheiden sich nicht groß von anderen Berufen im kaufmännischen Bereich – da geht es um Rechtsfragen, um Einkäufe oder um Finanzplanung. Ich gebe zu, ich bin lieber im Fitness-Studio als am Schreibtisch.

Was sind deine Aufgaben im Studio?

Mal bin ich vorne am Empfang, mal führe ich Aufsicht und natürlich stehe ich als Ansprechpartnerin bereit. Ich verfasse Trainingspläne und bespreche mit den Leuten die Trainingsziele. Die sind unterschiedlich: Die eine will etwa Muskeln aufbauen, der andere möchte Gewicht reduzieren. Neuankömmlingen erklären wir selbstverständlich die Handhabung der Geräte. Übrigens manchmal auch in Englisch, denn hier sind ja auch viele internationale Studierende.

Du musst also gut mit Menschen umgehen können, richtig?

Ja, das ist aus meiner Sicht wichtig. Aber das macht Spaß und ich habe immer das Gefühl, im Umgang mit anderen lernt man auch viel über sich selbst. Man trifft ja auf so viele unterschiedliche Charaktere, das ist interessant. Ich schreibe zum Beispiel Trainingspläne und schaue dann, ob die Trainierenden selbst auch ein bisschen Ehrgeiz entwickeln…

Stichwort Ehrgeiz. Du bist im dritten Lehrjahr, im Mai 2019 steht deine Abschlussprüfung an. Wenn du heute schon zurückblickst, war deine Entscheidung, nach dem Abi nicht gleich an die Uni zu gehen, richtig?

Ja. Ich habe viel gelernt und ich bin gerne hier. Auch mag ich das akademische Umfeld an der TU. Für meine weitere Zukunft weiß ich, dass die Richtung Sport auf jeden Fall stimmt. Nun möchte ich mich noch weiterentwickeln. Mir liegt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Sport.

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