Nicht nur für die Prüfung wichtig: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Alle sprechen von Digitalisierung und Nachhaltigkeit – aber was bedeutet das eigentlich für Deine Ausbildung? In Zukunft noch viel mehr als bisher! Und zwar für jeden Ausbildungsberuf, egal ob Bäckerin oder Zahntechniker.

Ein jüngerer und ein älterer Mann stehen in einer Werkstatt und schauen freudig auf einen Laptop.

Neben Schraubenschlüssel und Bohrmaschine gehört heute auch der Computer ganz selbstverständlich in die Werkstatt.

Robert Kneschke/stock.adobe.com

Die Digitalisierung der Arbeitswelt und der Klimaschutz machen auch vor Deiner Ausbildung nicht Halt. Deshalb erhalten sie zukünftig mehr Gewicht. Das haben die Verantwortlichen für die berufliche Bildung – das heißt Bund, Kultusministerien der Länder, Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften – gemeinsam beschlossen. „Unternehmen brauchen auch in Zukunft gut qualifiziertes Personal, um die Herausforderungen der Digitalisierung und des Klimawandels meistern zu können“, sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. „Deshalb haben wir die Themen Digitalisierung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit ins Pflichtprogramm aller dualen Ausbildungen aufgenommen.“

Du wirst also während der gesamten Ausbildungszeit immer wieder damit in Berührung kommen – sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule. Das Wissen rund um Digitalisierung und Nachhaltigkeit wird damit zur sogenannten Standardberufsbildposition, also einem Ausbildungsinhalt, der in allen dualen Ausbildungsberufen gleich ist und während der gesamten Ausbildungszeit vermittelt wird. Auch in der Prüfung solltest Du darauf vorbereitet sein.   

„Ausbildung wieder attraktiver“

Angehende Goldschmiedin bei der Arbeit

Angehende Goldschmiedin bei der Arbeit: In diesem Beruf spielt Nachhaltigkeit eine besondere Rolle, etwa bei der Beschaffung der Rohstoffe.

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Zum Beispiel Nachhaltigkeit für angehende Bäckerinnen und Bäcker: Künftig ist in dieser Ausbildung fest verankert, wie nachhaltige Produkte beim Backen verarbeitet und Backware umweltschonend und haltbar verpackt werden kann. Am Ende der Ausbildungszeit wird der Mindeststandard gemeinsam mit weiteren Fachkenntnissen geprüft. Gut so, denn damit bist Du noch besser als bisher auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet.

„Mit diesem Schritt können wir auch dazu beitragen, die Ausbildung wieder attraktiver zu machen“, so die Ministerin. „Gerade junge Leute interessieren sich für Digitalisierung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Jetzt können wir ihnen sagen: Künftig trifft in jeder Ausbildung Anspruch auf Wirklichkeit.“

Die Standardberufsbildpositionen erhalten auch an anderer Stelle ein „Update“, denn sie waren nicht mehr auf dem neuesten Stand. In einer Arbeitsgruppe des Hauptausschusses beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), in der neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auch das Bundeswirtschaftsministerium, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Länder und das BIBB vertreten waren, wurden vier neue Standardberufsbildpositionen erarbeitet:

  • Umweltschutz und Nachhaltigkeit
  • Digitalisierte Arbeitswelt
  • Organisation des Ausbildungsbetriebs, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht
  • Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Die neuen Standards gelten für alle dualen Ausbildungsordnungen, die ab dem 01.08.2021 in Kraft treten.