Mit Hammer und Smartphone

Klempnerinnen und Klempner benötigen Kraft wie Fingerspitzengefühl – ihr Job verlangt wuchtige Hammerschläge, aber auch millimetergenaue Präzision in 3D-Technik.

Klempner-Azubis auf der Arbeit

Foto: © auremar / Fotolia.com

Vorab ein kleiner Test: Was repariert eine Klempnerin/ein Klempner?

a)die verstopfte Toilette,

b)die kaputte Heizung oder

c)die wackelige Regenrinne?

Hand aufs Herz - hast Du gewusst, dass c) die richtige Antwort ist? Es scheint das Schicksal der Klempnerinnen und Klempner zu sein, dass viele Menschen vermuten, sie wären Fachleute für tropfende Wasserhähne oder verstopfte Klos. Das kommt daher, dass Gas- und Wasserinstallateure umgangssprachlich als Klempner bezeichnet werden. Klempnerinnen und Klempner sind aber Fachleute, die Gegenstände aus Metall bearbeiten und herstellen. Ihr Metier ist nicht die Kanalisation, sondern eher das Hausdach. Und wo wir schon beim Klarstellen sind: Der duale Ausbildungsberuf für Gas- und Wasserinstallationen heißt „Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“.

Aus Blechen werden Bauteile

Woran arbeiten Klempnerinnen und Klempner? An Blechen und Gegenständen aus Metall, die sie zu Bauteilen verarbeiten. Die Berufsbezeichnung leitet sich ab vom altdeutschen Wort „Klempern“, was so viel bedeutet wie „Blech hämmern“. Aus den Blechen werden Regenrinnen, Mauerabdeckungen oder Dach-und Fassadenabdeckungen. Los geht die Ausbildung in der Werkstatt, mit zunehmender Berufserfahrung heißt es dann raus zur Montage auf die Dächer. Wenn Du Dich für den Beruf interessierst, solltest Du also schwindelfrei sein. Und was wird sonst verlangt? Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen, zudem ein robustes Naturell, denn es geht bei Wind und Wetter ab aufs Dach: zum Aufmaß, zur Installation oder Reparatur.

Verarbeitung von Kupfer, Zink oder Aluminium

Zu Beginn der dreieinhalbjährigen Ausbildung lernst Du Werkstoffe wie Metalle, Holz und Kunststoffe kennen. Du weißt, wo und wie Kupfer, Zink oder Aluminium behandelt und eingesetzt werden. Du arbeitest an computergesteuerten und auch handgeführten Maschinen. Zum klassischen Werkzeug gehören Blechschere, Pfalz- und Spannzangen, Lötkolben und diverse Hämmer. Das heißt aber nicht, dass Du auf moderne Technik verzichtest: Für ein Aufmaß wird das Smartphone genutzt, die mobile 3D-Datenerfassung erleichtert den Job. Bleche und Bauteile müssen genau auf Dachflächen passen, das verlangt den genauen Zuschnitt, also exaktes Arbeiten. Vorab werden Zeichnungen und Pläne angefertigt – wer sich mit Mathematik und Geometrie auskennt, ist klar im Vorteil.

Hoch hinaus im Klempnerberuf

Wer karrieretechnisch hoch hinaus will, hat viele Chancen. Der klassische Weg ist der Lehrgang zum Klempnermeister bzw. zur Klempnermeisterin. Nur wer die Meisterprüfung abgelegt hat, darf sich in Deutschland im Klempnerberuf selbstständig machen. Ein Studium ist auch seit 2009 unter bestimmten Voraussetzungen ohne Hochschulzugangsberechtigung möglich.

Weiterführende Informationen:

Ein Video über die Arbeit und die Ausbildung als Klempner/-in findest Du hier.

Wie so ein typischer Tag als Klempner aussieht, beschreibt Dir Azubi Kevin.