Meister Blumenstrauß

Als Florist ist Jürgen Herold weltweit unterwegs: Ob auf der Japan Flower Show 2017 in Nagasaki oder in China, wo der 34-Jährige regelmäßig Floristinnen und Floristen weiterbildet. Ein Kurzporträt über einen ungewöhnlichen Mann.

Jürgen Herold zwischen Blumen

BMBF / Marion Hunger-Doll

„Als Florist kann man sich wunderbar entfalten“, sagt Jürgen Herold. Dabei kam er eher zufällig zur Floristik.  „Wer weiß mit 16 Jahren wirklich genau, was er werden will? Mir war zumindest klar, dass es keine reine Theorie sein soll, kein Büro. Ich wollte etwas mit den Händen machen. Heute bin ich Florist und kann mir nichts Besseres vorstellen“, so Herold. Sein Arbeitsleben beinhaltet mehr, als viele ahnen: Herold steht zwar auch im Blumenladen, wo er Blumensträuße bindet und seine Kundschaft berät. Darüber hinaus ist er Designer, Referent und Bühnenstar.

2017 war er als einziger Deutscher in Nagasaki vertreten, um bei der Japan Flower Show die Herzen von Publikum und Fachjury zu erobern. Floristinnen und Floristen aus 20 Nationen gestalten bei diesem Wettbewerb Räume und Tischschmuck für ein Museum. Für Herold war es nicht der erste internationale Wettbewerb. Nachdem er 2012 Deutscher Meister der Floristen wurde, nahm er 2015 am Weltcup der Floristen teil.

Vom Blumenladen auf die Bühne

Jürgen Herolds Karriere begann ganz solide mit einer dreijährigen Floristik-Ausbildung. Sein Ausbildungsleiter nahm ihn mit zu internationalen Messen und Wettbewerben, Herold machte interessante Bekanntschaften und gewöhnte sich an, „über den Tellerrand zu schauen“, wie er es nennt.

Heute steht Herold selbst auf der Bühne und präsentiert seine Blumenkunst. Durch seine Teilnahme am Weltcup kam er an einen Lehrauftrag in Peking. Seit zwei Jahren gibt er dort Grundlagenseminare und Fortgeschrittenenkurse in deutscher Floristik. „Dafür hat es sehr geholfen, dass man in den drei Jahren Ausbildung in Deutschland klare, stringente Regeln mitkriegt.“ Er lehrt die Chinesinnen und Chinesen zum Beispiel, dass es besser ist, Blumen mit dem Messer, statt wie in China üblich, mit der Schere anzuschneiden. Denn so bleiben sie länger haltbar, weil es die Kapillaren weniger schädigt. Herolds Schüler und Schülerinnen müssen aber auch Werkstücke wie Rosenbögen  und Hochzeitsschmuck erstellen. So ist er auch ein Botschafter für die duale Ausbildung in Deutschland: „Es ist natürlich schwierig, in 14 Tagen zu vermitteln, was man hier in drei Jahren lernt, aber ich versuche, möglichst viel weiterzugeben.“

Über die vielfältigen Möglichkeiten und Perspektiven der beruflichen Bildung informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Kampagne „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ unter www.praktisch-unschlagbar.de

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