Mein Azubi-Tipp: Jetzt Initiative zeigen für den Job nach der Ausbildung

Für viele Azubis hat gerade das dritte Ausbildungsjahr begonnen. Zeit, sich Gedanken zu machen, wie es danach weitergeht. Berufsberaterin Ruth Palmert gibt Tipps, wie der Berufseinstieg gelingt.

Junge Tischlerin in der Werkstatt

Ob als Tischlerin oder in einem anderen Beruf: Im dritten Lehrjahr solltest Du Dich darum kümmern, wo Du nach der Ausbildung arbeiten wirst.

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Wann sollten Azubis aktiv werden, wenn es um eine weiterführende Beschäftigung geht?

Für Auszubildende im dritten Jahr ist jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, um die Ausbildungsbetreuerin oder den Ausbildungsbetreuer im Betrieb um ein Feedback zur eigenen Leistung zu bitten und die Übernahmechancen auszuloten. In manchen Firmen gibt es diese Gespräche automatisch, aber wenn nicht, sollten Auszubildende eigeninitiativ werden und ein solches Gespräch einfordern. Die Ausbildungsbetreuerin oder der Ausbildungsbetreuer ist dafür die richtige Person, denn sie oder er steht in engem Kontakt mit Azubis, Lehrkräften und der Unternehmensleitung.

Nicht alle Auszubildenden werden von ihren Betrieben übernommen. Wann ist die richtige Zeit für Bewerbungen bei anderen Firmen?

Berufsberaterin Ruth Palmert

Berufsberaterin Ruth Palmert unterstützt Schülerinnen, Schüler und Auszubildende bei der Infotour von „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“.

privat

Der richtige Zeitpunkt ist dann gekommen, wenn ich Feedback von meinem Betrieb erhalten habe, das nicht zu meinen Wünschen passt. Das kann entweder eine klare Absage an eine Übernahme sein. Aber auch sehr vage Äußerungen sollten motivieren, sich parallel zu bewerben. Es geht darum, für sich selbst zu klären: Welcher Bereich interessiert mich, in welchem Betrieb würde ich mich wohl fühlen? Wenn die Absage des eigenen Betriebs nicht mit meiner Leistung zusammenhängt, sondern mit der Auftragslage, dann sollte ich daraus Selbstbewusstsein ziehen und mich zum Beispiel nicht nur auf ausgeschriebene Stellen, sondern auch initiativ bewerben.

Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung ändert sich auch die eigene Rolle in der Berufswelt. Haben Sie Tipps für den Wechsel vom Azubi zur Berufseinsteigerin oder zum Berufseinsteiger?

Das ist bei der Berufsberatung ein großes Thema: Tatsächlich ändert sich nach der Ausbildung sehr viel, vor allem im Bereich Absicherung. Azubis sind nicht in dem Maß verantwortlich wie nach der Ausbildung. Fehler können eher mal ausgebügelt werden. Das soll jetzt aber niemanden erschrecken. Ich ermuntere immer dazu, die neue Eigenverantwortung positiv zu sehen, denn sie gibt auch mehr Raum zur Entfaltung. Man kann jetzt zeigen, was man alles in den letzten drei Jahren gelernt hat, was in einem steckt. Das bietet viele Chancen.