Mehr Geld, mehr Wertschätzung

2019 ist das „Jahr der Berufsbildung“. Was bedeutet das eigentlich? Zum Beispiel, dass viele Neuregelungen angeschoben werden, die das Leben von Azubis leichter machen. 

Jahr der Berufsbildung

BMBF

Das „Jahr der Berufsbildung“ soll die Wertschätzung und Begeisterung für die berufliche Bildung stärken, das wünscht sich Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Dabei spielt die Neuregelung des Berufsbildungsgesetzes, kurz BBiG, eine wichtige Rolle. Die Bundesregierung hat dazu entsprechende Vorschläge unterbreitet, die sich jetzt in der weiteren Abstimmung befinden.

Geplant ist zum Beispiel, eine Mindestvergütung für Auszubildende. Je nach Branche haben Azubis bisher mal wirklich gut und mal recht wenig verdient. Das ändert sich jetzt: Erstmals soll nun eine Mindestvergütung für Auszubildende festgelegt werden: Für Azubis, die ihre Ausbildung 2020 beginnen, soll diese 515 Euro monatlich betragen. Im Jahr 2021 beginnt die Mindestvergütung bereits bei 550 Euro, 2022 bei 585 Euro und 2023 sogar bei 620 Euro und steigt mit jedem Ausbildungsjahr weiter an.  Diese Regelung greift, wo es keine Tarifbindungen gibt oder die Betriebe von sich aus mehr bezahlen. Das schützt vor unfairen Vergütungen.

Jahr der Berufsbildung

Gute Aussichten für Auszubildende: Mit der Neuregelung des Berufsbildungsgesetzes werden Aus- und Fortbildungen gestärkt.

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Werde doch Master Professional

„Mit der Neuregelung des Berufsbildungsgesetzes machen wir die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland noch attraktiver“, sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Und dabei geht es nicht nur ums Geld. Schon heute absolvieren viele Menschen nach ihrer Ausbildung eine Aufstiegsfortbildungen, um sich zu spezialisieren oder weiterzuqualifizieren. Hier ist vorgesehen, mit drei einheitlichen Fortbildungsstufen für Transparenz zu sorgen: So sollen etwa Servicetechnikerinnen und Servicetechniker künftig folgenden Titel tragen können: Geprüfter Berufsspezialist oder Geprüfte Berufsspezialistin für Servicetechnik. Der Prozessmanager wird zum Bachelor Professional für Prozessmanagement und die Betriebswirtin zur Master Professional für Betriebswirtschaft. Das klingt ähnlich wie ein Hochschulabschluss? Kein Zufall. Die neuen Bezeichnungen sollen deutlich machen: Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig. Übrigens: Der Titel Meister bleibt erhalten, er entspricht dem Bachelor Professional.

  • Was sich sonst noch ändert mit der Neuregelung des BBiG, etwa für Azubis in Teilzeit, erfährst Du auf der Website des BMBF.
  • In der Zeitungsbeilage "Was unser Land am Laufen hält" findest du viele spannende Artikel zum 50. Jubiläum des Berufsbildungsgesetzes.