MacGyver der Elektromobilität

Wer heute in einer Fahrradwerkstatt arbeitet, braucht neben handwerklichem Geschick auch Elektronikskills.  Zweiradmechatronikerinnen oder -mechatroniker erledigen verstärkt elektronische Arbeiten, etwa im Umgang mit Hybrid- und Elektroantrieben. 

Fahrradmechatronikerin bei der Arbeit

Foto: MarijaRadovic/iStock/Thinkstock

Beim Stichwort Fahrradreparatur denkst Du als erstes an Dinge wie: Ketten einfetten, Laufräder einspeichen und zentrieren und an Fahrrädern herumschrauben? Das ist zwar alles richtig – aber noch längst nicht alles! „Wir haben in den letzten Jahren viele, viele Erweiterungen im Bereich E-Bikes und Pedelecs bekommen“, erzählt Dennis Inselmann, der die Fahrradwerkstatt einer größeren Kette in Norddeutschland leitet. Für seine Branche  bedeutet das: „Der einfache Fahrradmechaniker kommt da nicht mehr allzu weit.“ Wo früher handwerkliches Geschick, Inbusschlüssel-Sammlung und Spezialwerkzeug gefragt waren, ist heute zusätzlich Wissen über die verbaute Elektronik notwendig. Für den Arbeitsalltag heißt das: Fahrräder zur Kontrolle an den Computer anschließen, Software-Updates fahren, Motoren ausbauen, Elektroteile auseinander- und wieder zusammenbasteln, Pedelec-Sensoren reparieren. Oder Kunden bei Käufen und Investitionen beraten.“ Wegen dieser Entwicklung wurde 2014 auch das „Mechaniker“ im offiziellen Ausbildungstitel durch „Mechatroniker“ ersetzt. Die Technisierung macht  auch vor Fahrrädern nicht Halt.

Job mit Zukunft

Wenn Du eine Leidenschaft für Fahrräder hast und ein passionierter Schrauber oder eine passionierte Schrauberin bist, könntest Du zu einer Art MacGyver der Elektromobilität werden. Gefragt sind Radbegeisterte mit einem Händchen für individuelle Problemlösungen und filigrane Arbeiten. Als Zweirademechatroniker/in solltest Du aber auch ein kaufmännisches Gespür haben. Denn neben aller Montage- und Werkstattzeiten bist Du Ansprechpartner/in  im Verkauf und hast direkten Kundenkontakt.

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre, heißt offiziell Zweiradmechatroniker/in der Fachrichtung Fahrradtechnik. Fast 50% der neuen Auszubildenden hatten 2014 einen Hauptschulabschluss, gesetzlich vorgeschrieben ist er  nicht. Der Frauenanteil ist sehr gering (2014: 6,6%), Jungs sind jedenfalls klar in der Überzahl. Die Branche sucht daher gerade auch weibliche Verstärkung!

Nach der Ausbildung hast Du gute Perspektiven. Meister/in oder Techniker/in sind nur zwei Optionen, sogar ein Studium könntest Du anschließen. Fahrräder sind zunehmend Lifestyle-Produkte. . Außerdem ist Elektromobilität ein Mega-Thema, von der die Fahrradbranche weiter profitieren dürfte.

Weiterführende Informationen:


Mehr über die Ausbildung und den Beruf erfährst Du bei BERUFENET.


Einen typischen Tagesablauf für einen Azubi im zweiten Lehrjahr findest Du auf planet-beruf.de