Lernformen und Angebote der beruflichen Weiterbildung

Es gibt eine ganze Reihe von Lernformen, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Um bei der Wahl auf der sicheren Seite zu sein, helfen Dir Checklisten und Zertifikate bei der Beurteilung von Weiterbildungsberatung und -angeboten.

Welche Lern- und Lehrformen gibt es in der beruflichen Weiterbildung?

Wenn Du beim Lernen Anleitung und feste Strukturen vorziehst, dann ist der sogenannte Präsenzunterricht für Dich geeignet – beispielsweise Workshops, Seminare, Trainings und Vorbereitungskurse. Wenn Du Spaß an digitalen Medien hast und Deine Lernzeiten flexibel gestalten möchtest, ist das E-Learning passend. Dieser Oberbegriff umfasst alle Lehrformen mit digitalen Medien. Dazu zählen internetbasierte Kurse, bei denen Lernende nicht nur mit digitalen Materialien arbeiten, sondern sich auch synchron oder zeitversetzt mit den anderen Lernenden und den Lehrenden austauschen – etwa per Video-Chat oder durch E-Mails. Aktuell gewinnt auch das mobile Lernen mit Smartphones, also internetfähigen Mobiltelefonen, an Stellenwert. Auf besonders unterhaltsame Art lernt man mit Lernspielen über das Internet oder mit lokalen Medien wie DVDs.

Was bietet Blended Learning?

Das Lernen mit digitalen Medien erfordert viel Disziplin und Durchhaltevermögen. Für viele empfiehlt sich deshalb eher eine gemischte Form des Lernens, also das sogenannte „Blended Learning“, eine Kombination aus Präsenzunterricht und Online-Kurs.

Welche Vor- und Nachteile hat der Fernunterricht?

Der Fernunterricht hat mittlerweile einen festen Platz in der beruflichen Weiterbildungslandschaft und wird immer stärker nachgefragt. Meist ergänzt durch einzelne Präsenzveranstaltungen, eignen sich die Lernenden einen vorgegebenen Stoff mithilfe von Lehrbriefen an. Diese erhalten sie per Post, per E-Mail oder als Download auf einer Lernplattform im Internet. Zu bestimmten Prüfungsterminen wird der Lernerfolg abgefragt. Bis dahin müssen in der Regel zu festgelegten Terminen umfangreiche Hausarbeiten eingereicht werden. Für alle, die über die Teilnahme an einem Fernlehrgang nachdenken, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) einen Selbstbeurteilungsbogen erstellt, um die eigenen Erfolgsaussichten besser einzuschätzen.

Wie kann ich mich auch an meinem Arbeitsplatz beruflich weiterbilden?

Eigentlich lernt man jeden Tag, wenn oftmals auch unbewusst. Experten sprechen hierbei von „informellem Lernen“ außerhalb einer Schule oder Weiterbildungseinrichtung: Indem Du beispielsweise eine Kollegin oder einen Kollegen fragst, wie etwas geht, oder ein Selbststudium machst. Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, sich im Unternehmen beruflich weiterzubilden, beispielsweise durch Lerntandems, altersgemischte Teams, Training on the Job oder Best-Practice-Veranstaltungen. Viele Unternehmen organisieren für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch Workshops und Weiterbildungsveranstaltungen durch Betriebsangehörige oder externe Experten.

Wie finde ich passende Weiterbildungsangebote?

Die große Mehrheit der Weiterbildungsinteressierten sucht zuerst im Internet nach Informationen. Aber auch in den Programmen von Weiterbildungsanbietern, in Informationsmaterialien von Arbeitgebern wie Mitarbeiterzeitungen lassen sich wertvolle Informationen finden. Einen ersten Überblick über Weiterbildungsangebote und Fördermöglichkeiten geben die Arbeitsberatung der Arbeitsagenturen, die Personalabteilung Deines Betriebs, der Betriebs-/Personalrat, die Mitarbeitervertretung, die Ämter für Ausbildungsförderung, Beratungsstellen und Weiterbildungsanbieter wie Volkshochschulen, Bildungswerke, Bildungshäuser oder Familienbildungsstätten. Ausführliche Informationen hierzu findest Du in der BMBF-Broschüre „Ausbildung, Job – und dann?“.

Wie kann ich die Qualität des Angebotes bewerten?

Angesichts der Fülle an Weiterbildungsanbietern empfiehlt es sich, nicht nur die Kosten, sondern auch die Qualität der Angebote genau zu vergleichen. Qualitätsunterschiede zeigen sich meist erst im Detail. Wichtig ist daher, alle Angebote und Unterlagen systematisch und sorgfältig zu prüfen. Frag möglichst auch ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach ihren Erfahrungen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) stellt auf seiner Internetseite weitere Hinweise und eine Checkliste zur Verfügung.

Worauf muss ich bei der Wahl des Weiterbildungsanbieters achten?

Aufbau, Inhalte und Methoden der Weiterbildungsmaßnahme sollten möglichst passgenau an Deine beruflichen Ziele anknüpfen. Wichtig ist, dass die angebotene Maßnahme einen Praxisbezug aufweist. Du solltest daher vorab klären, ob die Weiterbildungsmaßnahme mit einer Prüfung, einem Berechtigungsnachweis oder einer Teilnahmebescheinigung abgeschlossen wird. Darüber hinaus solltest Du auf die Vertragsgestaltung und Rechtsgrundlage, das Lehrpersonal und die Betreuung, die Lernformen und Unterrichtsmethoden sowie den Lernort und die Ausstattung achten. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) stellt auf seiner Internetseite weitere Hinweise und eine Checkliste bereit.

Gibt es anerkannte Zertifikate für Weiterbildungsanbieter?

Anerkannte Auszeichnungen und Zertifizierungen – beispielsweise nach LQW, DIN-ISO oder EFQM – stellen sicher, dass der Bildungsanbieter zentrale Standards einhält. Weiterbildungen, die von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt werden, müssen gemäß der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert sein. Auch die Stiftung Warentest prüft mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) regelmäßig Weiterbildungsangebote. Verbreitet sind auch Gütesiegel entsprechender Qualitätsringe oder Gütesiegelvereinigungen – etwa Weiterbildung Hamburg e. V., Weiterbildung Hessen e. V. oder der Wuppertaler Kreis. Für eine Überprüfung und Bewertung der Angebote helfen Dir die Checkliste des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) sowie die Checkliste des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) weiter.