Kunststoff-Künstler (m/w) gesucht

Was haben Flugzeuge und Autos mit ICEs gemeinsam? Richtig: Sie alle enthalten Teile aus Kunststoff. Wie diese produziert werden, das wissen Verfahrensmechanikerinnen und Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik am besten.

Kunststoff-Kuenstler

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Die Welt heute ist voller Kunststoff, also aus Plastik, Gummi oder anderen Materialien, die Menschen künstlich herstellen können. Die Kunststoff-Industrie produziert von Kleinteilen für hosentaschenkompatible Elektronik bis hin zu großen Fertigkomponenten wie Einbau-Türen so ziemlich alles. Ein echter Jobmotor, in dessen Unternehmen deutlich mehr als 300.000 Beschäftigte arbeiten. Die Statistik des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie bezifferte die Zahl für 2016 auf 317.000. Sie zeigt außerdem, dass die Beschäftigtenzahl seit Jahren kontinuierlich steigt.

Sieben Fachrichtungen

Eine wichtige Berufsgruppe für alle Prozesse und Unternehmen in diesem Zweig sind die Verfahrensmechanikerinnen und -mechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Wie stark spezialisiert die Unternehmen sind, kannst Du schon an der Zahl der Fachrichtungen erkennen, die Du als Azubi einschlagen kannst. Seit der Modernisierung des Berufs in 2012 sind es sieben: für Bauteile, Faserverbundtechnologie, Formteile, Halbzeuge, Kunststofffenster, Mehrschicht-Kautschukteile – und als siebtes und jüngstes Familienmitglied die Compound- und Masterbatchherstellung. Klingt speziell? Ist es auch! Wenn Du Dich schon vor Ausbildungsbeginn informieren und Dir die wichtigsten Fachbegriffe draufschaffen willst, kannst Du das zum Beispiel auf dem Portal beroobi und auf der Website des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie tun.

Viel Spezialwissen

Bei allen Fachrichtungen gibt es immer noch eine Menge Gemeinsamkeiten: Dazu gehören beispielsweise Messen, Steuern, Regeln, die Sicherstellung der Betriebsfähigkeit von technischen Systemen, die Wartung und Instandhaltung von Betriebsmitteln sowie die  Fertigungsplanung und –steuerung. Als Azubi lernst Du, wie Du Anlagen konfigurierst und bereitest Maschinen vor, damit Du die Rohstoffe je nach Auftrag mit der korrekten Temperatur, dem benötigten Druck oder in der bestellten Farbmischung weiterverarbeiten kannst. Du überwachst einzelne Schritte und überprüfst Ergebnisse am Computer. Egal welche Fachrichtung Du einschlägst: Noch bevor das zweite Ausbildungsjahr zu Ende geht, gibt es eine einheitliche Prüfung, deren Ergebnisse bereits zu 25% in die Endnote einfließen. Insgesamt dauert die duale Ausbildung bei allen Fachrichtungen drei Jahre. Wie Du wahrscheinlich schon selbst ausgerechnet hast, zählt der zweite Teil der Abschlussprüfung am Ende Deiner Ausbildung dann mit 75% für die Abschlussnote. Neben  Physik und Chemie ist ein Grundverständnis für technische Zusammenhänge gefragt.

Und nach dem Abschluss?

Dann stehen Dir viele Wege offen: Du kannst Dich zum Staatlich geprüften Techniker beziehungsweise zur Technikerin der Fachrichtung Kunststoff- und Kautschuktechnik weiterbilden. Oder Du machst Deinen Geprüften Industriemeister bzw. Deine Industriemeisterin der Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk. Auch verschiedene Studiengänge im technischen Bereich oder im Wirtschaftsingenieurwesen können eine sinnvolle Vertiefung sein, wenn Du Deine Expertise und Deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt vergrößern willst. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung kannst Du unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abi studieren.

Wie auch immer Du Dich entscheidest: Wahrscheinlich wirst Du dann mit anderen Augen durch unsere kunststoffreiche Welt gehen.

Weiterführende Informationen:

  • Ein Überblicksvideo über die Ausbildung insgesamt mit Beispielen aus verschiedenen Fachrichtungen findest Du bei Berufe TV.
  • Einen Einblick ins dritte Ausbildungsjahr für die Fachrichtung Halbzeuge findest Du bei planet-beruf.de.