Karriere auf der Straße machen

Als Straßenbauer oder Straßenbauerin hältst Du Deutschland verkehrstüchtig: Du reparierst Straßen, erweiterst das Wegenetz und rüstest neue Technik nach. 

Straßenbauer

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Die meisten Leute haben wahrscheinlich einen Straßenbauer vor Augen, wenn sie von Bauarbeitern sprechen: einen Mann mit Helm und Sicherheitsschuhen, der auf einer Baustelle Pflastersteine verlegt, Bagger, Raupen oder Walzen bedient und die Arbeit zusammen mit anderen im Team erledigt. Daran ist vieles richtig. Im Straßenbau bist Du viel draußen, Du packst selbst mit an, Du arbeitest eigentlich nie alleine und Du hast deutlich mehr männliche als weibliche Kollegen. Das Berufsbild verändert sich allerdings, auch weil die Technik sich weiterentwickelt. In den nächsten Jahren dürfte smarte Verkehrstechnik mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Dieser Trend beeinflusst auch die Arbeit im Straßenbau. Denn damit beispielsweise Fahrbahnsensoren in Echtzeit Infos über Glätte oder stockenden Verkehr an die Verkehrszentralen schicken können, muss sie erst mal jemand einbauen. Und zwar mit Sachverstand.

Symmetrie und Sicherheit
Vielen Straßenbau-Azubis gefällt es, dass sie in Teams arbeiten, sich abstimmen, auch auf die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen links und rechts achten müssen. Klar konzentriert man sich auf die eigene Arbeit und wenn es laut wird, trägt man Gehörschutz. Aber alles in allem gibt es mehr Zusammenarbeit, Austausch und Kommunikation als in manchen Produktions-Jobs. Außerdem ist die Arbeit im Straßenbau abwechslungsreich. Du bist nicht nur für die sichtbaren Oberflächen verantwortlich, sondern auch für die unsichtbaren Schichten darunter. Dafür musst Du etwas von Erde, Mineralien und Beton, von Frost, Wasser und Kanalisation und auch noch von Stabilität, Statik und Physik verstehen.

Muskeln alleine reichen nicht. Beim Straßenbau rechnest Du und kontrollierst immer wieder sorgfältig die Abstände. Du brauchst außerdem geschickte Hände, damit die Straßen exakt die vorgeschriebene Höhe und Breite haben und auch die Gehwege links und rechts davon die nächsten Jahre sicher und symmetrisch bleiben.

Straßenbauermeisterin, Tiefbauspezialist oder Ingenieurin

Wenn Du selbst gerne Baustellen leiten und vielleicht sogar spätere Azubis ausbilden willst, kannst Du Dich nach Deiner Ausbildung zum Straßenbauermeister bzw. zur Straßenbauermeisterin weiterbilden. Du könntest Dich aber auch auf den Bereich Tiefbau spezialisieren und als Techniker oder Technikerin der Fachrichtung Bautechnik mit dem Schwerpunkt Tiefbau und zum Beispiel in städtischen Bauämtern oder Landesbehörden arbeiten.

So wie eine gute Straße den richtigen Unterbau braucht, ist für viele Verkehrsmanagerinnen und Bauingenieure die dreijährige duale Ausbildung zum Straßenbauer bzw. zur Straßenbauerin der ideale Ausgangspunkt für ihre spätere Karriere. Sie haben Schritt für Schritt die Arbeit, das Material und die Mentalität der Leute kennengelernt, bevor sie Großprojekte durchführen und Anweisungen geben.

Solltest Du dann eines Tages große Bauprojekte managen, kannst Du Deinen Kindern augenzwinkernd sagen: Meine Karriere hat auf der Straße angefangen. Falls Gangsta-Rap dann noch populär ist, könnte das ziemlich cool klingen.

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