Interview: Mit einer dualen Ausbildung beruflich punkten

Ein Gespräch mit Carina Zetzmann. Sie berät Berufseinsteiger und -erfahrene zu Fragen rund um duale Ausbildung und berufliche Weiterbildung, finanzielle Förderung und berufliche Entwicklung.

Frau Zetzmann im Gespräch mit Jugendlichen.

Foto: BMBF / Michael Reichel

Im Rahmen der Informationskampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ besuchen Sie Schulen und Bildungsmessen, um Jugendliche bei ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen. Was wollen die jungen Leute wissen?

Alles dreht sich um die Fragen: Welcher Beruf passt zu mir? Wie treffe ich die richtige Entscheidung? Wer am Anfang der Orientierung steht, will seine Stärken und Interessen herausfinden und sich über Berufsfelder und Anforderungen informieren. Wer schon eine Idee hat, will mehr zur Umsetzung wissen: Welche Berufe bieten mir welche Möglichkeiten – sei es beim Verdienst, bei Aufstiegschancen oder wenn es um Auslandsaufenthalte geht – und ist eine duale Ausbildung oder ein Studium dafür der beste Weg?

Wie erleben Sie die Jugendlichen? Sind sie ausreichend über die berufliche Bildung informiert?

Das ist sehr unterschiedlich und hängt nicht zuletzt von den Angeboten der Schulen, dem familiären Umfeld und dem Engagement der Jugendlichen selbst ab. Viele sind erstaunt, dass sie nach einer dualen Ausbildung mit Fortbildungen zum Meister, Fachwirt oder Techniker auf der Karriereleiter weiter aufsteigen können.

Was empfehlen Sie Jugendlichen, die nach der Schule nicht wissen, wie es weitergehen soll?

Entdeckt Eure Stärken und Interessen, indem Ihr Euch ausprobiert: bei Schnuppertagen, Praktika und Nebenjobs. Macht es wie ein Profi-Sportler und holt Euch Unterstützung! Nutzt die Orientierungsangebote der Agentur für Arbeit, der Kammern, holt Euch Infos auf den Ausbildungsmessen und fragt Leute mit den Berufen, die Euch interessieren, nach ihren Erfahrungen. Und: Glaubt an Euch!

Studium oder Ausbildung? Was raten Sie?

Statt Ratschläge zu erteilen, unterstützen wir Jugendliche dabei, passende Kriterien für ihre eigene Entscheidung zu entwickeln und Methoden der Entscheidungsfindung anzuwenden. Wenn ich weiß, was ich kann, will und wie ich lernen will, kann ich mein berufliches Ziel festlegen. Dann steht die Entscheidung auf einer soliden Basis.

Worin liegen die konkreten Vorteile einer dualen Ausbildung?

Auszubildende sind vom ersten Tag an im Betrieb und verdienen Geld. Sie lernen in der Praxis, wenden das Gelernte direkt an und übernehmen Verantwortung für ihr Tun. Diese unmittelbare Berufspraxis und die daraus erwachsene Handlungskompetenz sind Pluspunkte für den weiteren beruflichen Weg. Mit dem nächsten Schritt auf der Karriereleiter wie einer Aufstiegsfortbildung kann man sich anschließend gezielt auf künftige Managementaufgaben vorbereiten.

Wie können Eltern die Berufsorientierung ihrer Kinder unterstützen?

Eltern sind nachweislich die wichtigsten Ansprechpartner für die Jugendlichen und das gleich auf mehreren Ebenen. Viele Eltern können die Stärken und Schwächen ihrer Kinder ausgesprochen treffend einschätzen und ihnen helfen, Alltagserfahrungen in die Berufswelt einzuordnen. Sie sind Vorbilder und Reibungspole, indem sie Werte und Haltungen zu Arbeit und Beruf vermitteln. Und sie ermutigen und geben emotionalen Rückhalt in der Orientierungszeit.

Über die vielfältigen Möglichkeiten und Perspektiven der beruflichen Bildung informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Kampagne „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ unter www.praktisch-unschlagbar.de.

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