Für einen guten Start! Mein Azubi-Tipp

Deine ersten Schritte ins Berufsleben stehen bevor. Ina Orth, Beraterin unserer Infotour, erzählt im Interview, wie Du Fettnäpfchen vermeidest.

Ina Orth

Ina Orth ist Ausbilderin für Veranstaltungskaufleute und als Beraterin mit der Infotour der Kampagne „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ unterwegs.

privat

Frau Orth, die Arbeitswelt tickt ein bisschen anders als die Schule. Neu ist vor allem die Situation mit dem Chef oder der Chefin. Welche Tipps haben Sie im Umgang mit den Vorgesetzten?

Der oder die Vorgesetzte – meistens ist das ja der Ausbilder oder die Ausbilderin – ist der erste Chef oder die erste Chefin, den die Auszubildenden nach der Schule haben. Wenn die Ausbilderin oder der Ausbilder einen Auftrag gibt, dann hat das meistens einen Sinn – entweder für das Lernen des Azubis oder für das Unternehmen oder für beides. Und man sollte einfach versuchen, die Aufgabe so gut zu machen, wie es einem möglich ist. Wenn der Sinn unklar ist, sollte man unbedingt fragen. Auch wenn es Probleme in der Ausbildung oder der Berufsschule gibt, sollte man das ansprechen. Der Ausbilder ist die Person, die hinter einem steht.

Pünktlichkeit und Kleidung – wie sieht es damit aus? Gibt es da absolute No-Gos?

Es gibt ein No-Go, das betrifft eher das Auftreten, und das ist mangelnde Hygiene: Also ungepflegt, ungewaschen zu sein – das ist aus meiner Sicht ein absolutes No-Go, weil man damit auch Grenzen überschreitet, vor allem geruchlich. Dazu gehört auch, sich zu überparfümieren. Bei der Kleidung ist der wichtigste Maßstab, dass es dem Umfeld angemessen ist. Mit einer zerrissenen Jeans in die Bank zu gehen, ist genauso ungemessen, wie im Anzug in einer Kfz-Werkstatt zu erscheinen. Einfach beim Vorstellungsgespräch mal schauen, wie die Leute so rumlaufen. Da kann man sich gut dran orientieren. Pünktlichkeit ist sehr wichtig, weil das zeigt, dass man die Ausbildung ernst nimmt. Und wenn man sich mal verspätet, dann auf jeden Fall Bescheid sagen. Das ist ganz wichtig.  

Auf die Auszubildenden kommen neue Aufgaben zu. Wie können sie diese gut erledigen. Was ist Ihr Ratschlag?

Das Erste ist: Einfach fragen, wenn man was nicht weiß. Die Leute wissen, dass man neu ist und in der Regel sind die Leute sehr hilfsbereit. Das Zweite ist, keine Angst vor Fehlern zu haben. Aus Fehlern lernt man, also gar nicht erst so tun, als hätte man keinen Fehler gemacht. Das ist total in Ordnung. Und dann auch einfach mal ausprobieren. Das habe ich bei vielen Azubis erlebt. Die machen das dann zwar ganz anders, als ich das im Kopf habe, aber die neuen Wege führen auch zum Ziel. Man sollte außerdem den Kontakt zu anderen Azubis pflegen. Die sind alle in derselben Situation, und vielleicht sind welche dabei, die ein Lehrjahr weiter sind und von denen man lernen kann.

  • Als Auszubildender hast Du Rechte und Pflichten. Informiere Dich darüber, dann kann auch nichts schiefgehen.
  • Du stellst fest, dass Du Dich überhaupt nicht wohlfühlst und denkst über einen Ausbildungsabbruch nach? Neben Deinem Ausbilder oder Deiner Ausbilderin helfen Dir auch Beratungsstellen bei Sorgen weiter.
  • Schau Dir an, wie Auszubildende im Handwerk den Start ins Berufsleben meistern.