Frohes Neues – das bringt 2020 für Azubis

Mehr Rechte, mehr Karrieremöglichkeiten, mehr Wertschätzung – auch finanziell. 2020 hat für Azubis viel zu bieten. Das liegt vor allem am neuen Berufsbildungsgesetz, das am 1. Januar in Kraft getreten ist.

Geldscheine und die Zahl 2020

Das Jahr 2020 bringt ein Update für die Ausbildung. Wir verraten, welche Änderungen das neue Berufsbildungsgesetz mit sich bringt.

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Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt seit 50 Jahren die berufliche Bildung in Deutschland. Es ist seit September 1969 in Kraft und gilt quasi als „Grundgesetz“ für die Aus- und Fortbildung. Alle Rechte und Pflichten von Azubis und Ausbildungsbetrieben sind in dem Gesetz geregelt. Das ist gut für Dich, denn so ist ganz klar, wie lange Du arbeiten darfst, was Dir während der Ausbildung alles beigebracht werden muss und vieles mehr. Natürlich hat sich die Berufswelt in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Es gibt neue Berufe, aber auch die Arbeitswelt an sich, der Umgang und die gegenseitigen Anforderungen haben sich gewandelt. Daran wird das BBiG regelmäßig angepasst. 2019 war es wieder soweit: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat eine Novelle – also eine Aktualisierung des Gesetzes – vorgestellt. Im Lauf des Jahres hat der Vorschlag die parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Es wurde vom Bundestag beschlossen und der Bundesrat hat dem Gesetzentwurf im November zugestimmt. Seit 1. Januar 2020 gilt deshalb das neue BBiG. Doch was genau ändert sich? Hier die wichtigsten Neuerungen:

Mindestvergütung für Auszubildende

Erstmals gibt es eine Mindestvergütung für Auszubildende. Wer ab jetzt einen Ausbildungsvertrag abschließt, verdient im ersten Ausbildungsjahr mindestens 515 Euro. Mit jedem Ausbildungsjahr wird es dann mehr. Denn Auszubildende leisten viel in den Betrieben. Das verdient Anerkennung. Die Mindestvergütung steigt in den nächsten Jahren stetig: für den Ausbildungsbeginn in 2021 auf 550 Euro, für den Ausbildungsbeginn in 2022 auf 585 Euro und für den Ausbildungsbeginn in 2023 auf 620 Euro. Ab 2024 wird die Mindestvergütung für das erste Ausbildungsjahr jährlich an die durchschnittliche Entwicklung aller Ausbildungsvergütungen angepasst.

Verbesserte Teilzeitregelungen

Leichter haben es auch Menschen, die ihre Ausbildung in Teilzeit absolvieren möchten. Dafür wurden jetzt neue Möglichkeiten geschaffen. Die Wochenstunden dürfen bei verlängerter Ausbildungszeit gesenkt werden. Dies ist ideal für Eltern, für Personen, die Angehörige pflegen, oder für Menschen mit Lernschwäche. Und für die Leistungsstarken, die eine Ausbildung mit anderen Dingen verbinden möchten.

Einheitliche Fortbildungsstufen

Wer eine anspruchsvolle Fortbildung gemeistert hat, profitiert künftig von einheitlichen Abschlussbezeichnungen, die auch im Ausland verstanden werden: Geprüfte/-r Berufsspezialist/-in, Bachelor Professional und Master Professional. Das erhöht die Chancen auf dem weltweiten Arbeitsmarkt, schafft Transparenz und zeigt: Die berufliche Bildung ist ein Aufstiegsturbo bis auf Master-Niveau.

Für Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ist die Novelle des BBiG ein wichtiger Schritt, um die berufliche Bildung für die Zukunft zu stärken: „Mit diesen neuen Möglichkeiten setzen wir deutliche Zeichen: Die duale Berufsausbildung ist hochattraktiv und modern.“

  • Was sich sonst noch alles mit dem neuen BBiG geändert hat, ist in einem Film des BMBF zusammengefasst.
  • Die Rechte und Pflichten von Azubis sind im BBiG festgehalten. Doch was tun, wenn Du das Gefühl hast, Deine Rechte werden missachtet: Die Arbeitsagentur hat auf ihrer Internetseite Anlaufstellen für Azubis bei Sorgen und Problemen in der Ausbildung aufgelistet.