Eine Ausbildung zum Abheben

Fluggerätemechanikerinnen und -mechaniker in der Fachrichtung Fertigungstechnik bauen Flugzeuge zusammen – vom Rumpf über die Tragflächen bis zum Gepäckfach in der Kabine. Ein Job mit großer Verantwortung.

Melissa Ferrara vor einem Flugzeug

Privat

Mag es auch alltäglich geworden sein, in ein Flugzeug zu steigen – die Faszination fürs Fliegen ist ungebrochen. Wie kann es sein, dass eine tonnenschwere Maschine überhaupt fliegt? Welche physikalischen Gesetze halten es waagerecht in der Luft? Wie steil stehen die Klappen der Flügel in der Startphase?

Antworten auf diese Fragen kennt Melissa Ferrara (23). Sie absolviert eine duale Ausbildung zur Fluggerätmechanikerin in der Fachrichtung Fertigungstechnik in Hamburg. Dort lernt sie die praktische Arbeit kennen. In der Berufsschule wird die Theorie unterrichtet. Eine Ausbildung kann man in den drei Fachrichtungen Instandhaltungstechnik, Fertigungstechnik und Triebwerkstechnik absolvieren. „Wir lernen blockweise. Mal sind wir drei bis vier Wochen in der Berufsschule, dann wieder im Unternehmen“, berichtet sie. Aktuell geht es um Aerodynamik, zu Beginn der Ausbildung lernte sie unter anderem die Eigenschaften der Metalllegierungen im Fach Werkstoffkunde kennen. „Metallische Werkstoffe reagieren auf ihre Umgebung. Das kann zu Beeinträchtigungen eines Bauteils führen und das soll natürlich nicht passieren“, erklärt sie.

Höchste Präzision gefragt

Denn die junge Frau ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Bis zu vier Millionen Einzelteile braucht es, um ein Flugzeug zusammenzubauen. „Dafür ist höchste Präzision gefragt.“ Von winzigen Bauteilen bis zu großen Elementen fügt sie Stück für Stück unter anderem durch Schrauben, Nieten oder Kleben zusammen. Später in ihrer Ausbildung kommen die Montage von Tragflächen, Triebwerken, hydraulischen Anlagen oder Gepäckfächern hinzu. Weitere Tätigkeiten sind beispielsweise das Analysieren von Störungen, Fertigen und Instandsetzen von Fluggerätstrukturen und -systemkomponenten oder das Durchführen von Mess- und Einstellarbeiten. Diese Vielfalt, die Melissas Konzentration wie ihre körperliche Konstitution herausfordern, begeistert die Auszubildende, die als Privatpilotin für einmotorige Flächenflugzeuge einmal mehr vom Fach ist. „Anfangs dachte ich manchmal, ich sei körperlich zu schwach für diese Arbeit – aber das ändert sich, wenn man täglich mit schweren Materialien hantiert. Man kann das trainieren“, erzählt sie. Und selbstverständlich kann sie sich Hilfe holen. „Und zwar ohne blöde Sprüche zu kassieren. Wir sind in der Ausbildung weniger Frauen als Männer, aber ich habe nicht das Gefühl, mich in einer Männerdomäne behaupten zu müssen.“

Über die vielfältigen Möglichkeiten und Perspektiven der beruflichen Bildung informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Kampagne „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ unter www.praktisch-unschlagbar.de.

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