Echt schmuck!

Filigrane Anhänger oder Ringe befüllen nicht nur persönliche Schmuckkästchen. Sie liegen auch in den Schaufenstern von hippen Designläden. Als Goldschmiedin bzw. Goldschmied hast Du mit allem zu tun – Glenn Hynek hat seinen Traumberuf gefunden.

Goldschmied auf der Arbeit - Glenn Hynek

Foto: BMBF / Stefan Schejok

Immer wieder bei null anfangen – das ist der Thrill, den der Beruf ausmacht. So sieht es jedenfalls Glenn Hynek, der alte Ringe oder Ketten einschmilzt, um „etwas gänzlich Neues“ zu erschaffen. Das reizt ihn.

Genauso wie das breite Spektrum an Aufgaben. Als Goldschmied bzw. Goldschmiedin sitzt Du nämlich nicht nur in der Werkstatt und fertigst kleine Kostbarkeiten an. Du führst Beratungsgespräche, um herauszubekommen, was der Kunde oder die Kundin wünscht. Und Du entwickelst Ideen zur Form und Verarbeitung des Schmuckstücks.

Präzision und Fingerspitzengefühl

Glenn Hynek ist in einer Goldschmiede im Raum Duisburg beschäftigt. Er arbeitet Schmuckstücke um, übernimmt Reparaturarbeiten, lasert Ketten zusammen, passt Ringe in der Größe an oder erarbeitet Entwürfe. Dabei liebt er die Herausforderung. Wenn er zum Beispiel den Schmuck eines Kunden zusammenlötet, dann bleibt kein Spielraum für langes Rumprobieren. „Man hat nicht drei Versuche, sondern nur einen. Das muss sitzen, beim ersten Mal“, erzählt er.

Kreativer Generalist

Ob Ring, Kette oder Armband – zunächst bringt Glenn Hynek seine Ideen zu Papier. Dabei geht es nicht nur um gestalterische Fragen. „Man muss in der Lage sein, ein aufgespanntes Sechseck konstruieren zu können“, sagt er. Deshalb ist räumliches Vorstellungsvermögen ebenso wichtig wie Kreativität und handwerkliches Geschick. Da der Beruf auch mit Beratung zu tun haben kann, kommen serviceorientierte Fähigkeiten wie Lösungsorientierung und Kommunikationsfähigkeit hinzu. Die vielfältigen Aufgabenbereiche haben ihn überzeugt. Von der Beratung über die Kreation und die Fertigung des Schmuckstücks bis hin zur Präsentation ist er in alle Arbeitsschritte involviert.

Spezialisierung und Weiterbildung

Die dreieinhalbjährige Ausbildung als Goldschmiedin oder Goldschmied kannst Du in den drei Fachrichtungen Schmuck, Ketten oder Juwelen absolvieren. Bei ersterem liegt der Schwerpunkt auf dem Gestalten von Ansteck-, Hals-, Hand-und Armschmuck. Daneben fassen Goldschmiede und Goldschmiedinnen dieser Fachrichtung Steine, reparieren alte Schmuckstücke und arbeiten sie um. In der Industrie stellen sie Schmuck teilweise maschinell her. Goldschmiedinnen und -schmiede der Fachrichtung Ketten entwerfen, gestalten, fertigen und reparieren edle Geflechte wie Hals- oder Armschmuck. In der Industrie stellen sie Ketten teilweise maschinell her. In der dritten Fachrichtung konzentrierst Du dich auf die Arbeit mit hochwertigen Edelsteinen und das Herstellen von Juwelenschmuck.  Die ersten beiden Ausbildungsjahre umfassen Ausbildungsinhalte aller Fachrichtungen, erst in den dritten und vierten Ausbildungsjahren wirst Du dann in Deiner Fachrichtung ausgebildet.

Außerdem bringt der Beruf viele spannende Fortbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten mit sich. Glenn Hynnek gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er davon spricht: „Es gibt zum Beispiel eine traditionelle japanische Schmiedetechnik, die aus dem Schmieden von Damastschwertern entstanden ist – die möchte ich unbedingt lernen!“ „Mokume Gane“ heißt das auf Japanisch, und seine Augen leuchten. Sein Karriereziel ist es außerdem, seinen Gold- und Silberschmiedemeister zu machen und eines Tages selbst die nächste Generation an Goldschmiedinnen und Goldschmieden auszubilden.

Weiterführende Infos:

Bei Berufenet kannst Du Dir einen Film über den Arbeitsalltag von Goldschmiedinnen und Goldschmieden anschauen.