Der schönste Platz ist im Labor

Pillen, Salben oder Pulver – Medikamente brauchen wir fast alle hin und wieder. Was aber, wenn Du selbst daran mitwirken kannst, dass Menschen gesund werden und bleiben? Pharmakantinnen und Pharmakanten sind die Menschen hinter der Packungsbeilage. 

Pharmakantin Lisa Rupp

Foto: BMBF / Sascha Baumann

Lisa Rupp ist eine von ihnen. Die junge Frau absolviert gerade eine duale Ausbildung bei einem mittelständischen Unternehmen in Bad Ditzenbach. Hier werden Naturheilmittel und Kosmetik hergestellt und Lisa ist schon während ihrer Ausbildung an vielen wichtigen Schritten der Prozesskette beteiligt – ob es sich um die Vorbereitung und das Mischen von Rezepturen im Labor handelt, ihre maschinelle Verarbeitung zu Tabletten oder die Qualitätskontrolle. Sie füllt außerdem Produkte ab, etikettiert sie und macht sie fertig für den Versand. „Das gehört bei jedem Produkt dazu“, sagt sie.

Eine gute Voraussetzung: Interesse für Chemie

Labore haben es ihr angetan – und das schon seit der Schulzeit. Als es um die Berufswahl ging, war ihr vor allem eines wichtig: „Ich muss Dinge anfassen können, um sie zu begreifen.“ Ein Arbeitsplatz allein am Computer, ist nichts für sie. Wenn Du ähnlich tickst wie Lisa, dann wäre Pharmakantin oder Pharmakant vielleicht auch etwas für Dich!

Lisa entdeckte den Beruf beim Besuch einer Ausbildungsmesse, bei der sie sich über die Berufsfelder Chemie und Pharmazie informieren wollte. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung, praktisches Lernen im Unternehmen und theoretischer Unterricht an der Berufsschule wechseln bei einer dualen Ausbildung wie dieser ab.

Verantwortung und Geschicklichkeit sind wichtig

Lisa ist stolz auf ihre Berufswahl. Die Anerkennung ihrer Ausbilder erkennt die junge Frau darin, wie viel Verantwortung ihr übertragen wird. „Bereits nach wenigen Versuchen durfte ich Gelatine unter Aufsicht selbst herstellen.“ Keine leichte Aufgabe, denn bei dem Prozess kann viel schiefgehen. Überhaupt sind Sorgfalt und eine saubere und präzise Arbeitsweise wichtig in dem Beruf. „Schließlich trägt man die Verantwortung für die hergestellten Produkte.“ Auch Geschicklichkeit ist vonnöten, zum Beispiel, wenn Pulver mit dem Mörser hergestellt wird oder Lösungen dosiert werden müssen.

Produktionsprozesse überwachen und Anlagen bedienen

Bei vielen Prozessen helfen auch Maschinen. Lisa steht häufig an ihnen und kontrolliert die Arbeitsweise der Anlagen. Sie müssen reibungslos laufen. Pharmakantinnen und Pharmakanten müssen erkennen, wenn es hakt und wenn ein Prozess gestoppt werden muss. „Ein gewisses IT-Verständnis sollte man deshalb mitbringen“, sagt Lisa. Die Maschinen werden vom Computer gesteuert, der sicher bedient werden muss. Daneben gilt es viele Umwelt- und Sicherheitsbestimmungen einzuhalten. Der Beruf verlangt auf jeden Fall Vielseitigkeit.

Lisa denkt schon an die Zeit nach der Ausbildung. Sie ist fasziniert von den unterschiedlichen Rezepturen und möchte noch mehr Verantwortung beim Produktionsprozess übernehmen. „Ich möchte gern Industriemeisterin in der Fachrichtung Pharmazie werden.“ Bis dahin wird sie viele Arzneien herstellen, die Menschen helfen, gesund und fit zu werden oder zu bleiben.

Weiterführende Informationen:

Mehr über die Ausbildung und den Beruf erfährst Du bei BERUFENET.

Einen typischen Tagesablauf für Azubis findest Du auf planet-beruf.de.