Der Papiermacher

Zwischen Altpapierbergen, haushohen Maschinen und Computerbildschirmen ist Dalli Scheicho voll in seinem Element. Wir haben den angehenden Papiertechnologen in seinem Ausbildungsbetrieb im niedersächsischen Hoya besucht – und zu seinem Beruf befragt.

Der Papiertechnologe

BMBF / Tina Merkau

Du bist angehender Papiertechnologe. Was genau machst Du?

Ich stelle mithilfe von Maschinen Papier und Karton her. Früher hieß dieser Beruf Papiermacher, durch die Automatisierung wurde der Technologe draus. In diesem Job bist Du der „Aufpasser“ der Maschine: Du steuerst die Produktion per Computer, prüfst und bewertest kontinuierlich die Qualität der Zwischen- und Endprodukte, kontrollierst die Anlage und hältst sie instand. In meinem Ausbildungsbetrieb recyceln wir Altpapier. Das muss vor der Verarbeitung aufbereitet werden: Wir entfernen alles, was keine Papierfaser ist.

Wie bist Du zu diesem Ausbildungsberuf gekommen?

Den Beruf habe ich bei einem Ferienjob hier in der Firma kennengelernt. Die riesigen Maschinen haben mich fasziniert, ich wollte mehr darüber wissen. Ich habe noch ein Praktikum hier gemacht und mich dann nach dem Realschulabschluss für die Ausbildung als Papiertechnologe entschieden.

Was gefällt Dir an Deiner Arbeit besonders?

Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Du arbeitest mal am Computer und dann wieder direkt  an der Papiermaschine, zum Beispiel wenn es eine Störung im Produktionsablauf gibt, kleinere Reparaturen nötig sind oder die Maschine gereinigt werden muss. Was ich auch super finde, ist die Arbeit im Team: Ich bin auch privat ein Teamplayer, spiele gern Fußball – das passt.   

Wie läuft Deine Ausbildung ab?

In der Papierfabrik lernen wir Azubis nach und nach alle Abteilungen kennen. Manche Bereiche sind sehr anspruchsvoll, da braucht man mehrere Wochen, bis man alles drauf hat. Bei anderen geht das schneller. Pro Jahr haben wir insgesamt 16 Wochen Unterricht an der Berufsschule. Es gibt zwei Berufsschulstandorte in Deutschland, die die theoretische Ausbildung für uns Papiertechnologen übernehmen. Meine ist in Baden-Württemberg, deshalb haben wir immer mehrere Wochen Blockunterricht.

Welche Voraussetzungen sollte man für den Job als Papiertechnologe/-technologin mitbringen?

An erster Stelle Teamfähigkeit. Auch Kommunikationsfähigkeit ist wichtig, man muss sich gut untereinander verständigen können. Und Interesse an Technik, Physik, Chemie und Mathe. Außerdem sollte man körperlich fit sein, um mit Spät- und Nachtschichten klarzukommen. Gesucht werden auch Leute, die sich gut mit Computern auskennen. Das wird immer wichtiger.

Bald hast Du Deinen Abschluss in der Tasche: Weißt Du schon, wie es danach weitergeht?

Ich möchte auf alle Fälle in meinem jetzigen Betrieb weiterarbeiten. Ich kann mir auch gut vorstellen, später mehr Verantwortung zu übernehmen. Aber ich will keinen Job, in dem ich immer nur schicke, saubere Kleidung trage – dann fühle ich mich, als hätte ich nicht gearbeitet. Ich würde daher gern die Weiterbildung zum Industriemeister Fachrichtung Papiererzeugung machen. Dann kann ich als Schichtleiter in der Produktion arbeiten und selbst noch mit anpacken.

Vielen Dank für das Gespräch!

Weiterführende Informationen: