Den Ausbildungsvertrag unterschreiben

Wenn Dein Bewerbungsgespräch erfolgreich verlaufen ist, kannst Du Dich mit etwas Glück schon einige Tage später über eine Zusage freuen. Der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages und dem Beginn Deiner Ausbildung steht somit nichts mehr im Weg.

männliche Person unterschreibt einen Arbeitsvertrag

Regelt alle Deine Rechte und Pflichten – der Ausbildungsvertrag.

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Im Ausbildungsvertrag sind alle Rahmenbedingungen festgelegt: die genaue Art Deiner Berufstätigkeit, Beginn und Dauer Deiner Ausbildung sowie Deine tägliche Ausbildungszeit, die Ausbildungsmaßnahmen außerhalb Deiner Ausbildungsstätte, die Probezeit, Deine Vergütung, Urlaubsanspruch, Kündigungsvoraussetzungen und Tarifverträge, die auf Deine Branche zutreffen. Nimm Dir unbedingt die Zeit, Deinen Vertrag genau durchzulesen, um Deine Pflichten, aber auch Deine Rechte zu kennen. Falls Du noch nicht volljährig bist, benötigst Du für den Vertragsabschluss die schriftliche Zustimmung Deiner Eltern beziehungsweise Deines Erziehungsberechtigten. Außerdem musst Du in diesem Fall ein aktuelles ärztliches Gutachten vorlegen, das Deine Gesundheit belegt.

Wenn sowohl Du als auch Dein Ausbildungsbetrieb den Vertrag unterschrieben habt, muss Dein neuer Arbeitgeber den Vertragsabschluss bei der zuständigen örtlichen Berufskammer melden. Das ist gut für Dich, denn so ist sichergestellt, dass die Qualität Deiner Ausbildung von offizieller Seite überwacht werden kann. Zudem prüft die Berufskammer den Ausbildungsvertrag und sorgt dafür, dass sich darin keine ungültigen Zusatzvereinbarungen eingeschlichen haben. Nach der Prüfung geht der abgestempelte Vertrag an Deinen Ausbildungsbetrieb zurück, der diesen wieder an Dich übergibt.

Keinen Ausbildungsplatz gefunden?

Du hast keinen Ausbildungsplatz gefunden? Nicht verzagen, Absagen sind nicht ungewöhnlich. Und manchmal hat man einfach nur Pech: In vielen Ausbildungsberufen ist die Konkurrenz um freie Ausbildungsplätze sehr groß, deshalb gehört auch immer etwas Glück dazu. Nach mehreren Absagen solltest Du allerdings Dein Vorgehen bei der Ausbildungsplatzsuche kritisch unter die Lupe nehmen: von der Berufswahl über die Bewerbungsunterlagen bis zu Deinem Auftreten im Vorstellungsgespräch. Hast Du die schulischen Voraussetzungen für den von Dir gewählten Beruf? Oft scheitert eine Bewerbung an den Schulnoten in Fächern, die für bestimmte Berufe wichtig sind.

Überprüfe außerdem Deine Bewerbung noch mal sorgfältig: Sind Deine Unterlagen fehlerfrei und überzeugend formuliert? Und wie hast Du Dich im Bewerbungsgespräch gefühlt? Warst Du gut vorbereitet? Wusstest Du über das Unternehmen Bescheid? Hattest Du auf alle Fragen eine Antwort?

Wenn Du längere Zeit erfolglos suchst, kann es sinnvoll sein, Deine Berufswahl noch mal zu überdenken. Ist vielleicht ein anderer Ausbildungsberuf passender? Rund um jeden Beruf gibt es Alternativen mit ähnlichen Tätigkeiten und Anforderungsprofilen.

Berufsvorbereitende Maßnahmen

Stellst Du fest, dass Du in vielen Fällen die formalen Kriterien von Betrieben nicht erfüllt hast, kann eine Möglichkeit sein, Dich mittels verschiedener Lernangebote weiterzuqualifizieren.

Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) ist eine einjährige Qualifizierungsmaßnahme in schulischer Vollzeitform. Es findet überwiegend an Berufsschulen statt. Das BVJ beginnt unmittelbar nach den Sommerferien und gibt Dir Gelegenheit, Deine Fähigkeiten zu entdecken. Es vermittelt Dir praktische und theoretische Grundqualifikationen, zum Beispiel in der Metall- und Holzbearbeitung oder im gestalterischen Bereich. Dadurch kannst Du Deine schulischen Wissenslücken schließen und den Hauptschulabschluss nachholen.

Wenn Du nicht mehr schulpflichtig bist, kannst Du ein Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) absolvieren. Es umfasst insbesondere schulische Schwerpunkte zu sozialen, kaufmännischen, handwerklichen und technischen Berufsfeldern und wird an berufsbildenden Schulen durchgeführt. Das einjährige BGJ kannst Du Dir bei erfolgreichem Abschluss ganz oder teilweise auf eine anschließende Berufsausbildung anrechnen lassen. Dadurch verkürzt sich Deine Ausbildungsdauer. Im Rahmen des BGJ kannst Du den Hauptschulabschluss erwerben, bei entsprechenden Zusatzprüfungen auch einen Realschul- oder einen vergleichbaren Bildungsabschluss.

Eine gute Möglichkeit, Berufspraxis zu erwerben und Dich gleichzeitig einem möglichen Arbeitgeber zu präsentieren, bietet Dir die Einstiegsqualifizierung (EQ). In einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten arbeitest Du als Praktikant/-in in einem Ausbildungsbetrieb und besuchst die entsprechenden Fachklassen in der Berufsschule. Du erhältst eine monatliche Vergütung und bist sozialversichert. Am Ende bekommst Du ein Zeugnis vom Betrieb sowie ein Zertifikat der zuständigen Berufskammer, das Dir bei Deinen weiteren Bewerbungen hilft. Wenn Du Dich gut machst, übernimmt Dich der Betrieb möglicherweise sogar als Auszubildenden. Deine EQ kannst Du Dir zudem unter Umständen auf Deine Ausbildungszeit anrechnen lassen.

Um diese Möglichkeiten zu nutzen, musst Du zunächst mit einem Berufsberater beziehungsweise einer Berufsberaterin bei Deiner lokalen Agentur für Arbeit sprechen. Er oder sie berät Dich umfassend und hilft Dir unter anderem dabei, geeignete Betriebe zu finden.

Übrigens: In vielen Städten und Kreisen existieren mittlerweile spezielle Jugendberufsagenturen. Sie vereinen die an Jugendliche gerichteten Angebote bereits bestehender Einrichtungen wie den Jobcentern, Jugendämtern und Agenturen für Arbeit zentral unter einem Dach. Das ist ein echter Mehrwert, der Deinen Start ins Berufsleben entscheidend erleichtern kann – insbesondere dann, wenn Dir die Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht so leicht fällt. Und langfristig, so sieht es der Koalitionsvertrag der Bundesregierung vor, soll es Jugendberufsagenturen flächendeckend in ganz Deutschland geben.