Ausbildung mit Kind? Hier gibt es Unterstützung!

Du bist selbst schon Mama oder Papa geworden, musst Dich aber noch um die Grundlage für Deine berufliche Zukunft kümmern? Lass Dich dabei unterstützen, den Spagat zwischen einer Berufsausbildung und Verantwortung als Elternteil hinzubekommen.

Mutter mit Babytrage beim Streichen

Als Elternteil eine Berufsausbildung zu absolvieren, fordert eine gute Dosis Disziplin und manchmal auch Organisationstalent. Zum Glück ist auch eine Ausbildung in Teilzeit möglich.

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Eltern haben oftmals ein knappes Zeitbudget. Kinder müssen in die Kita oder Schule gebracht werden und meist sind im Alltag viele Termine zu koordinieren. Schon für viele langjährig im Beruf Tätige kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine kräftezehrende Angelegenheit sein. Für Jugendliche, die als Elternteil oder alleinerziehend in eine Ausbildung starten, gilt das einmal mehr. Zum Glück werden sie von staatlichen Stellen unterstützt.

Eine große Dosis Durchhaltevermögen

Da eine Ausbildung in Vollzeit nicht immer einfach mit dem Elterndasein zu verbinden ist, wurde im Jahr 2005 die Ausbildung in Teilzeit im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert. Das bietet Dir die Chance, mit einer Ausbildung das Fundament für Deine Karriere zu legen. Mitbringen musst Du allerdings eine große Dosis Motivation, Disziplin und Durchhaltevermögen. In den meisten Städten findest Du Anlaufpunkte, die Interessierte an einer Teilzeitausbildung beraten und unter Umständen während der Ausbildung begleiten.

Antrag auf Teilzeitausbildung muss gestellt werden

In einer Teilzeitausbildung absolvierst Du zwischen 20 und 30 Wochenstunden. Während der Berufsschulunterricht zu den normalen Zeiten stattfindet, sprichst Du mit Deinem Ausbildungsbetrieb individuell ab, wann die Arbeitsstunden abzuleisten sind. Die Variante „Teilzeit ohne Verlängerung der Ausbildungszeit“ sieht vor, dass mindestens 25 Stunden pro Woche (inklusive Berufsschule) im Unternehmen verbracht werden. Wer sich zirka ein halbes Jahr mehr Zeit gönnen will, wählt die Möglichkeit „Teilzeit mit Verlängerung der Ausbildungszeit“. Dabei arbeitest Du mindestens 20 Stunden die Woche (inklusive der Berufsschule). Hast Du einen Betrieb gefunden, der Teilzeit-Ausbildung akzeptiert, muss gemeinsam ein Antrag bei der zuständigen Handwerks-, Industrie- oder Landwirtschaftskammer gestellt werden.

Staatliche Förderung wie das Elterngeld oder Kinderbetreuungszuschläge sollen das Engagement ausbildungswilliger Eltern stärken. Das gilt auch für Teilzeit-Azubis, die zum Beispiel einen Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe stellen können. Wenn es um Fragen der finanziellen Unterstützung geht, ist in der Regel die Agentur für Arbeit eine erste Anlaufstelle. Auch das Jobcenter kann helfen, etwa wenn Du alleinerziehend bist. Zu den weiteren Vergünstigungen für Auszubildende mit Kind gehören je nach Lebenssituation Wohngeld, die Befreiung von der Rundfunk-Gebühr, der so genannte Sozialanschluss bei der Telekom oder ermäßigte Tarife im ÖPNV (öffentlichen Nahverkehr).