Ausbildung in Teilzeit? Hier gibt es Unterstützung!

Du bist selbst schon Mama oder Papa geworden, musst Dich aber noch um die Grundlage für Deine berufliche Zukunft kümmern? Lass Dich dabei unterstützen, den Spagat zwischen einer Berufsausbildung und Verantwortung als Elternteil hinzubekommen.

Mutter mit Babytrage beim Streichen

Als Elternteil eine Berufsausbildung zu absolvieren, fordert eine gute Dosis Disziplin und manchmal auch Organisationstalent. Zum Glück ist auch eine Ausbildung in Teilzeit möglich.

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Individuelle Lebensumstände können eine Vollzeitberufsausbildung erschweren oder unmöglich machen. So haben Eltern oftmals ein knappes Zeitbudget. Kinder müssen in die Kita oder Schule gebracht werden und meist sind im Alltag viele Termine zu koordinieren. Schon für viele langjährig im Beruf Tätige kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine kräftezehrende Angelegenheit sein. Für junge Menschen, die als Elternteil oder alleinerziehend in eine Ausbildung starten, gilt das einmal mehr. Auch in vielen anderen Fällen lässt die aktuelle Lebenssituation eine Ausbildung in Vollzeit nicht zu.  Zum Glück gibt es hier eine Alternative:

Teilzeitausbildung steht jetzt allen Auszubildenden offen, wenn der Ausbildungsbetrieb damit einverstanden ist.

Da eine Ausbildung in Vollzeit nicht immer mit den individuellen Rahmenbedingungen zu verbinden ist, wurde im Jahr 2005 die Ausbildung in Teilzeit im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert. Hiervon konnten insbesondere Auszubildende mit Kind oder pflegebedürftigen Angehörigen profitieren. Durch die Novelle des BBiG zum 01. Januar 2020 steht die Tür zur Teilzeitausbildung nun grundsätzlich allen Azubis offen – wenn ihr Betrieb zustimmt. Das bietet Dir die Chance, mit einer Ausbildung das Fundament für Deine Karriere zu legen. Mitbringen musst Du allerdings eine große Dosis Motivation, Disziplin und Durchhaltevermögen. In den meisten Städten findest Du Anlaufpunkte, die Interessierte an einer Teilzeitausbildung beraten und unter Umständen während der Ausbildung begleiten.

In einer Teilzeitausbildung kannst Du Deine tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit einvernehmlich mit Deinem Ausbildungsbetrieb um maximal die Hälfte reduzieren. Während der Berufsschulunterricht zu den regulären Zeiten stattfindet, sprichst Du mit Deinem Ausbildungsbetrieb individuell ab, wann die Arbeitsstunden abzuleisten sind. Es gibt auch die Möglichkeit, nur einen Teil der Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren, also zum Beispiel ein Jahr lang nur 70 Prozent der Arbeitszeit im Betrieb zu verbringen. Wenn Du Dich für eine Teilzeitausbildung entscheidest, dauert die Ausbildung dementsprechend länger, denn die Zahl der Ausbildungsstunden bleibt prinzipiell gleich. Die Verlängerung durch Teilzeit beträgt in der Regel maximal das Anderthalbfache der regulären Ausbildungszeit, das bedeutet, dass Du Dir für eine normalerweise dreijährige Ausbildung bis zu viereinhalb Jahre Zeit nehmen kannst. Abhängig zum Beispiel von Deinem Schulabschluss oder von Deinen Leistungen in der laufenden Berufsausbildung gibt es auch in der Teilzeitausbildungsvariante die Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen. War Deine Suche nach einem Betrieb, der einer Teilzeitausbildung zustimmt, erfolgreich, müsst ihr gemeinsam die Eintragung des Ausbildungsverhältnisses bei der zuständigen Handwerks-, Industrie- oder Landwirtschaftskammer beantragen. Der Antrag kann bereits mit einem gemeinsamen Antrag auf Verkürzung der Ausbildungsdauer verbunden werden.