Ausbildung - so funktioniert's

Berufliche Bildung - Praktisch unschlagbar - Kann ich meine Ausbildung im Ausland machen?

Kann ich meine Ausbildung im Ausland machen?

Kann ich meine Ausbildung im Ausland machen?

junge Frau steht am Flussufer und streckt die Arme in den Himmel, im Hintergrund ist der Eiffelturm zu sehen
Ausbildung im Ausland? Kein Problem!
Bild: © thinkstock

Viele junge Leute wollen erst einmal raus in die Welt. Aber wohin überhaupt? Und wie? Möglichkeiten gibt es viele. Was die wenigsten wissen: Es muss nicht immer ein Work-and-Travel- oder Au-pair-Aufenthalt sein. Auch wer eine Ausbildung macht, hat gute Chancen, einen Teil davon im Ausland zu absolvieren.

Immer mehr Betriebe schätzen Auslandserfahrungen und fundierte Fremdsprachenkenntnisse. Ein Ausbildungsaufenthalt in einem anderen Land bietet außerdem die Möglichkeit, andere Herangehensweisen und neue Perspektiven des angestrebten Berufs kennen zu lernen und somit zusätzliche Qualifikationen zu erlangen. Ganz nebenbei sammelt man neue kulturelle Erfahrungen und wächst an seinen Herausforderungen.

Um jungen Menschen diese Chancen zu ermöglichen, wurde der Weg ins Ausland für Auszubildende am 1. April 2005 vereinfacht: Seitdem ist es nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) möglich, bis zu einem Viertel der regulären Ausbildungszeit im Ausland zu verbringen. Einzige Voraussetzung: Der Auslandsaufenthalt muss dem Ausbildungsziel in Deutschland dienen. Wer möchte, kann seine Ausbildung auch von Beginn an im Ausland absolvieren, aber Achtung: Deren Anerkennung muss in Deutschland durch die zuständige IHK oder HWK erfolgen. Mehr Informationen gibt es zum Beispiel auf der Webseite der Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Spezifische Länderinformationen bietet auch die Website www.rausvonzuhaus.de.

Doch wer hilft bei der Organisation und Planung des Aufenthalts? Hier gibt es eine Vielzahl an bilateralen Austauschprogrammen, die vom Bildungsministerium in Kooperation mit den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien und Frankreich ins Leben gerufen wurden. Eine Übersicht über die Austauschprojekte gibt es auf der Webseite des BMBF.

Sind alle Formalien berücksichtigt und ein geeignetes Austauschprogramm gefunden, sollte an die finanzielle Planung gedacht werden. Im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ fördert die Europäische Kommission Mobilitätsprojekte junger Erwachsener in Aus- oder Weiterbildung. Gemeint sind damit organisierte Lernaufenthalte im europäischen Ausland in Form von beruflichen Praktika, Ausbildungsabschnitten und Weiterbildungsmaßnahmen. Im Zuge des Programms werden Stipendien vergeben, die einen Auslandsaufenthalt erleichtern. Finanzielle Zuschüsse gibt es unter anderem für Reise- und Aufenthaltskosten, sprachliche und interkulturelle Vorbereitungen sowie für Organisationsmittel, die der Durchführung des Aufenthalts dienen. Erasmus+ hat zum 1. Januar 2014 das Programm für lebenslanges Lernen (PLL) abgelöst. Mit einem Budget von 14,8 Milliarden Euro können mehr als vier Millionen Bürgerinnen und Bürger Zuschüsse erhalten, um im Ausland zu studieren, zu arbeiten oder eine Freiwilligentätigkeit auszuüben. Nähere Informationen über Erasmus+ erhalten Sie auf der Webseite machmehrausdeinerausbildung.de, die von der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) herausgegeben wird.

Nicht nur ein Teil der Ausbildung kann im Ausland absolviert werden, auch für berufliche Weiterbildungen gibt es im Rahmen der europäischen Bildungszusammenarbeit eine Vielzahl bilateraler Austauschprogramme. Das älteste und bekannteste ist das Deutsch-Französische Austauschprogramm in der beruflichen Bildung. Der Weiterbildungsaufenthalt im französischen Partnerland dauert in der Regel zwei Wochen.

Ein zusätzlicher Tipp: Mit dem Programm „Berufsbildung ohne Grenzen“ fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die grenzüberschreitende Mobilität von Auszubildenden bereits während der betrieblichen Ausbildung. Damit sollen als eine Maßnahme im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung die Qualität und Attraktivität der dualen Ausbildung gesteigert werden. Unternehmen und Auszubildende können durch sogenannte Mobilitätsberater und Mobilitätsberaterinnen qualitativ hochwertig dazu beraten sowie bei der Realisierung von Auslandsaufenthalten unterstützt werden. Die Richtlinie läuft bis Ende 2018. Auf der dazugehörigen Website mobilitaetscoach.de finden Auszubildende und Ausbilder Merkblätter und Leitfäden für Auszubildende und Ausbilder rund um das Thema. Hier werden ganz praktische Fragen, unter anderem zum Versicherungsschutz oder zur vertraglichen Regelung des Auslandsaufenthalts, geklärt.