Fragen und Antworten

Berufliche Bildung - Praktisch unschlagbar - Ausbildungsplatzsuche

Ausbildungsplatzsuche

Ausbildungsplatzsuche: So wird’s gemacht!

Jeder Anfang ist schwer - aber mit den richtigen Tipps kann selbst die Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz mühelos gelingen. Was man beachten muss, erklären die Aus- und Weiterbildungsexperten Peter Richter von der Handwerkskammer Leipzig und Thomas Buchbinder von der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig.

Wie finde ich eine Ausbildung, die zu mir passt?

Peter Richter: "Ich empfehle jedem, das örtliche Berufsinformationszentrum (BiZ) zu besuchen. Hier können sich Jugendliche und Erwachsene über alle Fragen der Berufswahl selbst informieren und Tests zur Berufsfindung machen. Außerdem gibt es in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen, die Infos 'aus erster Hand' bieten, wie zum Beispiel Vortragsreihen von Ausbildungsleitern oder Lehrlingen. Im Netz sind alle Veranstaltungen in einer Datenbank aufgeführt.".  Die Datenbank gibt es auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit.

Thomas Buchbinder: "Im Internet wird man auf jeden Fall auch unter berufenet.arbeitsagentur.de fündig. Das Online-Angebot der Bundesagentur für Arbeit (BA) hält Infos über alle aktuellen Berufe bereit. Außerdem sind viele Berufsbeschreibungen direkt mit der Ausbildungsbörse der BA verbunden."

Wo kann ich mich über freie Ausbildungsplätze informieren?

Peter Richter: "Wer ins Handwerk möchte, sollte auf jeden Fall die Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern besuchen und sich hier über freie Ausbildungsstellen informieren. Mit der Smartphone-App "Lehrstellenradar" können Jugendliche zudem mit dem Handy flexibel und mobil nach Lehrstellen suchen. Vorab sollte man sich über den Zentralverband des Deutschen Handwerks die nächstgelegene Kammer raussuchen." Hilfreich ist hierbei die Deutschlandkarte mit Handwerkskammern auf der Webseite des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH).

Thomas Buchbinder: "Die Industrie- und Handelskammern haben eine gemeinsame Lehrstellenbörse. Über diese können junge Menschen bundesweit nach ihrem Wunschberuf und einem passenden Ausbildungsbetrieb suchen. Es ist auch möglich, sich selber ein Profil anzulegen und sich automatisch über passende Lehrstellen informieren zu lassen. Da die Betriebe hier selbst die Möglichkeit haben, ihre Stellengesuche zu bearbeiten, ist die Lehrstellenbörse immer auf dem neusten Stand. Außerdem gibt’s auch jede Menge Infos zu den einzelnen Berufsgruppen."

Wann sollte ich mit der Ausbildungssuche beginnen?

Peter Richter: "Ich rate jedem frühzeitig zu beginnen! Insbesondere bei großen Betrieben sollte die Bewerbung ein Jahr vor Ausbildungsbeginn vorliegen. Diese planen weit im Voraus und es wäre schade, wenn man sich solch eine Lehrstelle durch die Lappen gehen lässt. Auch bei kleineren Unternehmen ist es ratsam, bereits im Herbst anzufragen und seine Bewerbung abzugeben. Ist man sich nicht sicher, ob einem die Lehrstelle zusagt, hat man dann noch genügend Zeit für ein Schnupperpraktikum. Dieses sollte zwei oder drei Tage dauern und kann zum Beispiel in den Herbst- oder Winterferien absolviert werden."

Thomas Buchbinder: "Wer in der ersten Bewerbungsrunde kein Glück gehabt hat, sollte nicht verzagen und sich sofort weiterbewerben. Auch ein frühzeitiger, persönlicher Firmenbesuch ist insbesondere bei kleineren Betrieben ratsam. Ich sage den Betrieben, die sich in unserer Lehrstellenbörse registrieren, immer, dass sie sich auf Anrufe einstellen müssen, wenn sie ihre Telefonnummer angeben. Viele finden das gut und freuen sich auch, wenn die Jugendlichen persönlich vorbeischauen. Bei größeren Konzernen ist das natürlich nicht so einfach, da würde der Besuch sehr wahrscheinlich bereits an der Pforte enden."

Wer unterstützt mich bei der Suche?

Beide: "Wir raten jedem, sich einen Termin bei einem Berufsberater der Bundesagentur für Arbeit zu machen. Diese führen mit den Jugendlichen ein persönliches Gespräch über ihre Berufswünsche und vermitteln passende Stellen. Wenn nötig, informieren sie über finanzielle Hilfen. Unsere Lehrstellenbörsen unterstützen letztendlich auch, weil man hier jede Menge Betriebe finden kann. Aber ein erstes, persönliches Gespräch sollte jeder in Anspruch nehmen."

Lohnt es sich, Initiativbewerbungen zu schreiben?

Peter Richter: "Die Ausbildungsmarktlage ist so gut wie nie - deswegen würde ich generell empfehlen auf Gesuche zu reagieren. Jeder Betrieb, der einen Lehrling haben möchte, wird sich registrieren - entweder in unserer oder in der Lehrstellenbörse der IHK oder BA."

Thomas Buchbinder: "Die Fertigstellung einer aussagefähigen Bewerbung kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Angesichts der wirklich guten Ausbildungsmarktlage sollte man sich
sein Engagement und sein Geld für die Betriebe aufheben, die wirklich Lehrlinge suchen. Immerhin muss man bei einer Initiativbewerbung damit rechnen, keine Rückmeldung zu erhalten."