Duale Ausbildung

Berufliche Bildung - Praktisch unschlagbar - Aus- und Weiterbildung nach einem Studienabbruch

Aus- und Weiterbildung nach einem Studienabbruch

Aufbruch nach einem Studienabbruch

junger Mann steht auf einer Straße neben einem Pfeil, der in zwei Richtungen zeigt
Studium abgebrochen? Eine Ausbildung eröffnet neue Wege.
Bild: © thinkstock

Für den Abbruch eines Studiums kann es viele Gründe geben: Unzufriedenheit mit den Inhalten, Überforderung, fehlender Praxisbezug oder finanzielle Schwierigkeiten. Dass ein Abbruch nicht selten eintritt, belegt die Studie "Die Entwicklung der Schwund- und Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen" des Hochschul-Informations-Systems (HIS) von 2012: In Deutschland beendet durchschnittlich fast jede und jeder Vierte eines Studienjahrgangs früher oder später ihr oder sein Studium ohne Abschluss.

Eine Möglichkeit für einen neuen beruflichen Weg ist der Einstieg in eine duale Berufsausbildung. Diese bietet neben dem hohen Praxisanteil, der Ausbildungsvergütung und dem direkten Berufseinstieg auch attraktive Aufstiegschancen. Anschaulich vorgestellt werden die Aufstiegschancen in dem Video "Mein Bildungsweg". Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des erhöhten Fachkräftebedarfs werden von den Unternehmen in Deutschland zudem vor allem qualifizierte Fach- und Führungskräfte gesucht. Und auch im Ausland sind Fachkräfte „made in Germany“ begehrt.

Wegen der bereits bestehenden Möglichkeiten zur Anerkennung und Anrechnung von Studienleistungen auf die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie einem wachsendem Angebot an Modellprojekten – vor allem der Kammern – ist der Einstieg für Studienabbrecherinnen und -abbrecher in die berufliche Bildung oft besonders attraktiv. Insbesondere in technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildungsberufen sowie im Handwerk gibt es derzeit ein besonders hohes Engagement, Studienabbrecherinnen und -abbrecher für die berufliche Aus- und Weiterbildung zu motivieren. Aber auch die anderen Berufsfelder erkennen nach und nach das Potential, das in Studienabbrecherinnen und -abbrechern steckt. So gibt es fächerübergreifend jede Menge Perspektiven für junge Leute, die sich nach einem Studienabbruch für eine Ausbildung im Betrieb entscheiden. Neben fachlichen Vorkenntnissen aus dem Studium sind dabei für die Unternehmen vor allem auch die sogenannten Schlüsselqualifikationen interessant. Darunter sind Methodenkompetenzen wie Analysefähigkeit, Auffassungsgabe und ganzheitliches Denken sowie sozial-kommunikative Kompetenzen wie zum Beispiel Einfühlungsvermögen zu verstehen. Selbstständiges Arbeiten, Kreativität und Sorgfalt sind weitere gern gesehene Kompetenzen, denn diese sind für spätere Führungspositionen oder auch die Gründung eines eigenen Betriebes wichtige Erfolgsfaktoren.

Wenn es Studienabbrecherinnen und -abbrechern gelingt, das Gelernte aus dem Studium mit der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu verbinden, dann wird der Studienabbruch nicht zum schwarzen Fleck im Lebenslauf, sondern zum Start in eine neue Karriere.